Politik 12.09.2012, 14:45 Uhr

Karlsruhe billigt Euro-Rettungsschirm

Das Verfassungsgericht weist Euro-Skeptiker in die Schranken: Deutschland kann dem „Europäischen Stabilitätsmechanismus“ ESM beitreten – mit Einschränkungen.

Zufrieden mit dem Karlsruher Urteil: Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: afp

Zufrieden mit dem Karlsruher Urteil: Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: afp

Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht hat den Weg für einen dauerhaften Euro-Rettungsschirm frei gemacht. Die Richter genehmigten am Mittwoch den Beitritt Deutschlands zum „Europäischen Stabilitätsmechanismus“ ESM. In ihrer weltweit mit Spannung erwarteten Entscheidung verlangten sie aber zusätzliche Sicherungen: Das Haftungsrisiko für Deutschland dürfe sich nicht erhöhen, ohne dass der Bundestag erneut zustimmt.

Deutschland haftet mit bis zu 190 Milliarden Euro am stärksten für Risiken bei der Rettung der gemeinsamen Währung. Mit der Entscheidung kann Deutschland dem ESM unter Erklärung völkerrechtlicher Vorbehalte beitreten. Die Bundesrepublik hat bislang als einziges der 17 Euro-Länder den ESM-Vertrag noch nicht ratifiziert. Hätte der Rettungsschirm nicht aufgespannt werden können, wäre dies für die Gemeinschaftswährung nach Ansicht vieler Experten das Aus gewesen.

Der Rettungsschirm kann nur mit Deutschland in Kraft treten

Zahlreiche Kläger hatten mit Eilanträgen in Karlsruhe die Ratifizierung verzögert. Erst mit der Beteiligung des größten Mitgliedsstaats kann der Rettungsschirm in Kraft treten. Auch der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchgesetzte Fiskalpakt mit einer Schuldenbremse kann nun von Deutschland ratifiziert werden.

Gerichtspräsident Andreas ’Voßkuhle betonte, über die „Zweckmäßigkeit und Sinnhaftigkeit“ des von Bundestag und Bundesrat mit großer Mehrheit verabschiedeten Rettungspakets habe das Gericht nicht zu entscheiden. Dazu seien in erster Linie diejenigen berufen, „die direkt vom Volk gewählt sind“.

Merkel: „Ein guter Tag für Europa“

Kanzlerin Angela ’Merkel (CDU) begrüßte die Entscheidung. Im Bundestag sagte sie: „Das ist ein guter Tag für Deutschland, und das ist ein guter Tag für Europa.“ Die Entscheidung gebe allen Sicherheit – im ’Bundestag, aber auch den deutschen Steuerzahlern. „Deutschland sendet heute einmal mehr ein starkes Signal nach Europa und darüber hinaus.“

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo