Schwarz-Gelb will Blitzerwarner zulassen
Vorfahrt für Raser oder mehr Verkehrssicherheit? Union und FDP wollen künftig Apps und Navigationsgeräte erlauben, die verraten, wo ein Blitzer steht. Doch die Polizei ist wenig begeistert. Auch Bundesverkehrminister Ramsauer ist skeptisch.
Ein Fahrzeug wird von einer stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlage geblitzt. Navigationssysteme und Handy-Apps sollen davor künftig warnen dürfen. Foto: dpa
Berlin. Nach dem Willen einiger Verkehrspolitiker von CDU und FDP soll das in Deutschland geltende Verbot von Blitzerwarnern gekippt werden. Künftig dürften danach etwa Navigationssysteme oder Handy-Apps verraten, wo Autofahrer mit einem fest installierten Blitzer rechnen müssen. Das fordert zumindest der CDU-Verkehrspolitiker Thomas Jarzombek. Bislang sind solche Warnungen in Deutschland jedoch verboten.
FDP-Mann Oliver Luksic schlägt in die selbe Kerbe. Das „strikte Verbot von Radarwarnern in Navigationsgeräten ist nicht mehr zeitgemäß“. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer müsse die Regelung bei der Reform der Verkehrssünderkartei in Flensburg „auf den Prüfstand stellen“, sagte er der Saarbrücker Zeitung.
Allerdings stoßen die Vorschläge aus den Regierungsfraktionen bei der Opposition auf heftige Ablehnung. Der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses Anton Hofreiter (Grüne) meinte: „Davon halte ich überhaupt nichts. Das ist exakt der falsche Weg.“ Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) äußerte sich zurückhaltend bis skeptisch. Bislang gebe es in dieser Frage „keinerlei Festlegung, nicht einmal eine parlamentarische Vorentscheidung“, sagte er der MZ. Sollten ihn die Verkehrsexperten der Koalition um eine Stellungnahme bitte, werde er darauf verweisen, dass die Verkehrssicherheit oberste Priorität haben müsse.
Raserei ist Hauptunfallursache
Im Klartext heißt das wohl: Ramsauer wird sich einer Legalisierung von Blitzerwarnern nicht anschließen. Auch wenn es die technischen Möglichkeiten und entsprechende Angebote im Internet dazu längst gibt.
Hofreiter begründete seine Ablehnung damit, dass allein bei Unfällen in Ortschaften im Vorjahr rund 200.000 Menschen verletzt worden seien. Die Hauptursache war zu hohe Geschwindigkeit. Geschwindigkeitskontrollen an Unfallschwerpunkten müssten sein, man dürfe sie nicht pauschal als „Abzocke“ darstellen. „Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, brauchen wir mehr Kontrollen und nicht weniger“, sagte Hofreiter der MZ.

