Politik 19.09.2012, 15:45 Uhr

Bayern verschwendet Millionen

Die Verschwendung von öffentlichen Geldern kam den Bürgern im vergangenen Jahr teuer zu stehen. Jetzt präsentiert der Bund der Steuerzahler die gröbsten Fälle von Missmanagement im „Schwarzbuch 2012“. Die Oberpfalz fehlt darin.

Die Schuldenuhr tickt unaufhörlich. Das hält die öffentliche Hand nicht davon ab, Steuergeld aus dem Fenster zu werfen. Foto: dpa

Die Schuldenuhr tickt unaufhörlich. Das hält die öffentliche Hand nicht davon ab, Steuergeld aus dem Fenster zu werfen. Foto: dpa

München. Die öffentliche Hand in Bayern hat im vergangenen Jahr Steuergelder in Millionenhöhe verschwendet. Im „Schwarzbuch 2012“ des Bundes der Steuerzahler finden sich zwölf Fälle aus dem Freistaat, die der Verband am Mittwoch in München vorstellte. Im Fokus standen unter anderem misslungene Geldanlagen, Kostenexplosionen bei Bauprojekten und unnötige Ausgaben. „Anscheinend ist die Mentalität der Politik, locker mit dem Geldern der Steuerzahler umzugehen, nach wie vor im Gange“, sagte Rolf von Hohenhau, Steuerbund-Präsident in Bayern.

Insgesamt aber gehe die Verschwendung der Gelder weit über die Fälle im Schwarzbuch hinaus, sagte Vizepräsidentin Maria Ritch. „Wir schätzen, dass ungefähr fünf Prozent aller öffentlichen Ausgaben nicht sachgerecht ausgegeben werden.“ Auf Bayern heruntergerechnet seien das etwa 7 Milliarden Euro pro Jahr - die Milliardenzahlungen für die BayernLB nicht eingerechnet.

Fünf Millionen Euro für komfortablen Wildwechsel

Der Steuerbund kritisierte unter anderem den Bau einer sogenannten Grünbrücke über der A7 im Neuwirtshauser Forst im Kreis Bad Kissingen. Fünf Millionen Euro kostet der 50 Meter breite Übergang, der den Wildwechsel über der Fahrbahn ermöglichen soll. „Der Clou bei dem Fall ist, dass in einer Entfernung von nur 100 Metern eine kleinere Brücke über die Autobahn führt, die zwar nur vier Meter breit ist, die aber auch geeignet gewesen wäre, den Wildwechsel hier zuzulassen“, sagte Ritch. Ein Ausbau dieser Überführung wäre wesentlich günstiger gewesen. Auch die „Kassenaffäre“ von Hauzenberg bei Passau wird im „Schwarzbuch 2012“ prominent erwähnt. Die Stadt war Ende vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten, weil ihr ehemaliger Kassenleiter mehr als 2 Millionen Euro Steuereinnahmen unterschlagen und in die eigene Tasche gesteckt hatte. Entdeckt wurde der Betrug erst nach dem Tod des Mannes im Dezember 2011. „Es haben hier eindeutig kommunale Kontrollsysteme versagt, das kritisieren wir ausdrücklich.“

 

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