Politik 04.10.2012, 15:01 Uhr

Minister streiten über City-Maut

Auf der Suche nach neuen Finanzquellen für die Verkehrsinfrastruktur rückt eine City-Maut ins Blickfeld. Einige Politiker befürworten dies.

Eine Pkw-Maut könnte das Verkehrssystem finanzieren. Foto: dpa

Eine Pkw-Maut könnte das Verkehrssystem finanzieren. Foto: dpa

Cottbus. Angesichts fehlender Milliarden für Verkehrsinvestitionen rückt eine City-Maut in den Fokus der Politik. Anlässlich der Verkehrsministerkonferenz in Cottbus sprachen sich die Grünen dafür aus, Kommunen das Recht für eine Nahverkehrsabgabe oder City-Maut zu geben. Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) kann sich zumindest eine stärkere Nutzerfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur vorstellen. Andere sehen das skeptisch bis ablehnend.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lehnt die Einführung einer City-Maut kategorisch ab. „Ich bin strikt dagegen, mit einer solchen Schnapsidee bei uns ein neues bürokratisches Monstrum zum Schröpfen der Autofahrer in die Welt zu setzen“, erklärte Herrmann in München. Deutsche Autofahrer hätten schon jetzt erhebliche finanzielle Belastungen zu tragen. Eine City-Maut würde zudem insbesondere die Pendler über Gebühr belasten, die nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen können. Bayern werde keine Rechtsgrundlage dafür schaffen.

Die Verkehrsminister von Bund und Ländern kamen in Cottbus zu ihrer zweitägigen Herbsttagung zusammen. Die Bundesländer dringen darauf, rasch mehr Geld für das Verkehrssystem in Deutschland bereitzustellen. „Es kommt zu einem weiteren deutlichen Werteverlust, wenn nicht bald in den Erhalt und die Ergänzung der Infrastruktur investiert wird“, hatte der Konferenz-Vorsitzende, Brandenburgs Ressortchef Jörg Vogelsänger (SPD), gesagt. Die jährliche Deckungslücke betrage etwa sieben Milliarden Euro.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte dem Deutschlandfunk, eine City-Maut oder Nahverkehrsabgabe, wie sie auch eine Expertenkommission in einem Bericht aufführe, könnten eine Lenkungswirkung in Ballungsräumen entfalten. Das müsse aber genau geprüft werden. „Wenn wir keine neuen Instrumente finden, dann wird das Ergebnis sein, dass die Straßen verlottern, dass die Schienen immer schlechter werden.“


 

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