Politik 09.10.2012, 21:31 Uhr

Der Honorarstreit ist beendet

Einigung im Honorarstreit bei den Ärzten: Nach wochenlangem Ringen erzielen Mediziner und Krankenkassen einen Kompromiss. Den Zorn dämpft das nicht.

Die bayerischen Hausärzte beteiligen sich einem Verbandssprecher zufolge nicht an den Protesten. Foto: dpa

Die bayerischen Hausärzte beteiligen sich einem Verbandssprecher zufolge nicht an den Protesten. Foto: dpa

Berlin. Deutschlands Kassenärzte sollen im kommenden Jahr zwischen 1,15 und 1,27 Milliarden Euro mehr verdienen - trotzdem wollen tausende Mediziner an diesem Mittwoch protestieren. Mit ihrer Einigung legten die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Krankenkassen-Verband ihren monatelangen Honorarstreit am Dienstag in achtstündigen Verhandlungen bei.

Dennoch bleiben die niedergelassenen Ärzte auf Protestkurs, wie ein Sprecher der Allianz ihrer Berufsverbände deutlich machte. In einer Schaltkonferenz stimmte demnach noch am späten Abend eine Mehrheit dafür, an der Protestplanung festzuhalten. 25.000 bis 30.000 Ärzte und Angestellte wollten am Vormittag und Mittag bei den Kundgebungen vor 35 Krankenkassen-Filialen ihrem Ärger Luft machen.

Die Patienten sollten vorher bei ihrer Praxis nachfragen, ob sie geöffnet habe oder mit reduziertem Personal arbeite, sagte der Sprecher der Allianz. Vor allem viele Orthopäden, Magen-Darm- und Herz-Spezialisten, Hals-Nasen-Ohren- und Lungenärzte wollten ihre Praxen ganz geschlossen halten. Die Proteste richten sich nicht nur gegen die Honorarpolitik der Kassen, sondern auch gegen ein Übermaß an Bürokratie. Die Organisatoren der Proteste saßen nicht mit am Verhandlungstisch.

Steigerung um drei bis vier Prozent

Wie hoch das ausgehandelte Honorar-Plus genau ausfällt, war von weiteren Details abhängig, die in den Regionen verhandelt werden sollen. Die Steigerung beläuft sich auf drei bis vier Prozent, wie der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler sagte. Die KBV hatte 3,5 Milliarden Euro mehr verlangt. Die Kassen waren zunächst nur zu einem Plus von 900 Millionen Euro bereit.

Köhler begrüßte, dass die Psychotherapeuten wie von der KBV gefordert künftig aus einem gesonderten Honorartopf bezahlt werden sollen. Kassenverbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg hob hervor, dass es mehr Geld für die Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte geben soll. Der Chef des Entscheidungsgremiums, der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem, bezifferte das dafür veranschlagte Honorar auf 250 Millionen Euro.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo