Politik 08.03.2013, 06:51 Uhr

Nordkorea kündigt Nichtangriffspakt auf

Die ganze Welt mahnt Nordkorea – doch das kommunistische Regime droht den USA mit einem Atomschlag. Und kündigt den Nichtangriffspakt mit Südkorea.

Machthaber Kim Jong Un schaut mit einem Fernglas in die demilitarisierte Zone bei Panmunjom. Nordkorea hat seine kriegerischen Töne verschärft und mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA gedroht. Foto: dpa

Machthaber Kim Jong Un schaut mit einem Fernglas in die demilitarisierte Zone bei Panmunjom. Nordkorea hat seine kriegerischen Töne verschärft und mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA gedroht. Foto: dpa

Seoul. Nordkorea lässt die Muskeln spielen: Wenige Stunden nachdem der Weltsicherheitsrat schärfere Sanktionen verhängt hatte, kündigte das kommunistische Land den Nichtangriffspakt mit Südkorea auf. „Sämtliche Abkommen über einen Angriffsverzicht zwischen dem Norden und Süden werden annulliert“, erklärte am Freitag das staatliche Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas. International stießen die Drohungen Nordkoreas auf scharfe Kritik und lösten Besorgnis aus.

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich am Donnerstag auch von der nordkoreanischen Androhung eines Atomschlages gegen die USA nicht beeindrucken lassen. Gut drei Wochen nach dem jüngsten Atomtest Pjöngjangs hatte das mächtigste UN-Gremium einstimmig die härtesten Strafmaßnahmen seiner jüngeren Geschichte beschlossen. Diese sehen zusätzlich zu den bestehenden Sanktionen unter anderem Reiseverbote und Kontensperrungen vor. Erst das chinesische Einlenken hatte die Resolution möglich gemacht.

Regime will Härte zeigen

Die EU-Außenminister wollen nach Angaben von Bundesaußenminister Guido Westerwelle nun am kommenden Montag darüber beraten, ob über die UN-Sanktionen hinaus europäische Schritte notwendig sind. Es gehe bei der Krise nicht nur um die koreanische Halbinsel, sondern auch um die weltweite Sicherheitsarchitektur, sagte der FDP-Politiker in Berlin.

Mit seinen Atomdrohungen und der Kündigung des Sicherheitspakts mit Südkorea will Pjöngjang nach Ansicht von Beobachtern demonstrieren, dass es im Streit um sein Atomprogramm nicht einlenken werde. Nordkorea brach bisher jedoch nicht auf ganzer Linie mit Südkorea: Beide Seiten halten noch an einem innerkoreanischen Industriepark in der Grenzstadt Kaesong in Nordkorea fest.

Südkoreas Verteidigungsministerium wies die Drohungen des Nachbarlandes in scharfem Ton zurück. Das Regime von Machthaber Kim Jong Un werde „zugrunde gehen“, sollte es Südkorea mit Atombomben angreifen, sagte ein Sprecher in Seoul. Südkoreas neue Präsidentin Park Geun Hye zeigte sich tief besorgt: „Die derzeitige Sicherheitslage ist sehr bedrohlich.“ Sie werde Provokationen Nordkoreas strikt begegnen. Chinas Außenministerium rief erneut zu „Ruhe und Zurückhaltung“ auf.

 

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