Politik 08.06.2008, 14:02 Uhr

UN fordern mehr Hilfe für Birma

Kinder in Birma erhalten Lebensmittel – auch mehr als einen Monat nach dem verheerenden Zyklon „Nargis“ leiden viele Menschen an den Folgen.

Kinder in Birma erhalten Lebensmittel – auch mehr als einen Monat nach dem verheerenden Zyklon „Nargis“ leiden viele Menschen an den Folgen.

Zwar hätten 180 UN-Mitarbeiter und weitere internationale Hilfskräfte inzwischen Visa zur Einreise erhalten, sagte UN-Nothilfekoordinator Holmes und sprach von einem Schritt „in die richtige Richtung“. Es würden aber weitere Helfer und Hilfsgüter im Katastrophengebiet gebraucht. Unterdessen warf das Propaganda- Organ der Militärjunta ausländischen Medien subversive Absichten vor. „Einige ausländische Rundfunkanstalten versuchen, unter dem Vorwand von “Nargis“ die nationale Einheit zu untergraben“, schrieb die Zeitung „Neues Licht von Birma“ am Sonntag.

Derzeit seien noch 20 Visa-Anfragen für UN-Mitarbeiter anhängig, sagte Holmes am Freitag in New York. Er sei aber guter Hoffnung, dass auch diese von den birmanischen Behörden erteilt würden. Die Organisation Südostasiatischer Staaten (ASEAN) habe auch 200 Helfer nach Birma entsandt; deutsche und japanische Teams arbeiteten ebenfalls in der Krisenregion vor allem an der Trinkwasseraufbereitung für die Sturmopfer. Zusätzlich seien zahlreiche Hilfsorganisationen mit eigenen oder birmanischen Mitarbeitern im Einsatz.

Seit die birmanische Regierung Hilfslieferungen zulasse, landeten täglich rund 15 Flugzeuge mit Hilfsgütern in Rangun, sagte Holmes. Auch See- und Landverbindungen seien für Hilfskonvois geöffnet worden. „Unser Eindruck ist, dass nur relativ wenige Menschen noch nicht erreicht oder besucht wurden.“

Durch den Zyklon „Nargis“ waren Anfang Mai wahrscheinlich 134000 Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende wurden obdachlos. Erst nach wochenlangem Zögern hatte die Militärregierung erste ausländische Helfer ins Land gelassen. Internationale Hilfsorganisationen und Medien kritisieren die Junta wegen der schlechten Versorgung der Opfer und Behinderung der Helfer. Nach Angaben von Amnesty International lässt die Regierung gespendete Hilfsgüter verschwinden. Überlebende in abgelegenen Dörfern haben nach Angaben von Helfern vier Wochen lang keinerlei Hilfe bekommen.

 

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