Politik 13.03.2009, 21:52 Uhr

Seehofer will die Fehler der Vergangenheit korrigieren

Bayerns Ministerpräsident steht dazu, populistisch zu sein – weil es für ihn bedeutet, dass er Politik für die Menschen macht.

Von Christian Kucznierz, MZ

Herr Seehofer, in den vergangenen Tagen gab es massive Kritik an CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel, auch aus Ihrer Partei. Wie lange wollen Sie Merkel noch piesacken?

Seehofer: Unser Verhältnis ist gut, wir arbeiten freundschaftlich und gerne zusammen. Die CSU diskutiert nicht über die Kanzlerin und nicht gegen sie. Es gibt einige Themen, die wichtig sind, und bei denen wir glauben, dass sie anders gestaltet werden müssen. Das sprechen wir an. Aber wir nehmen die Themen nicht zum Anlass, um das zu personalisieren.

Welche Themen sind das?

Ein Megathema für uns in Bayern ist die Landwirtschaft. Jeder dritte Bauernhof in Deutschland steht bei uns. Deshalb haben wir eine ganz andere Herangehensweise als viele andere Bundesländer. Wir kämpfen dafür, dass in dieser Wirtschaftskrise den Bauern geholfen wird, soweit es der Politik möglich ist. Nachdem dies in Berlin nicht möglich war, tun wir dies selbst und zwar auf Kosten des Freistaats Bayern.

Was ist mit der Debatte um Erika Steinbach?

Wir sind traditionell das Schirmland für die Heimatvertriebenen, insbesondere die Sudetendeutschen. Deswegen haben wir auch eine Schutzfunktion für die Interessen der Heimatvertriebenen – einschließlich ihrer Präsidentin auf Bundesebene. Ich habe mich da lange zurückgehalten, um eine Lösungssuche nicht zu erschweren. Das war auch so mit der Kanzlerin vereinbart. Aber es war notwendig, deutlich zu machen, dass der Umgang mit diesem Thema und der Person Erika Steinbach in Polen wie in Deutschland aus meiner Sicht beschämend war.

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