Politik 24.08.2009, 20:30 Uhr

Roboter sollen in Zukunft sehen und verstehen lernen

Kongress in Regensburg: Die Erforschung der visuellen Wahrnehmung des Menschen könnte die Technik revolutionieren.

Professor Dr. Mark Greenlee zeigt das Modell eines von ihm mitentwickelten Kernspin-Tomografen für die Wahrnehmungsforschung.Foto: ig

Professor Dr. Mark Greenlee zeigt das Modell eines von ihm mitentwickelten Kernspin-Tomografen für die Wahrnehmungsforschung.Foto: ig

Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Vier Buchstaben: C A F É. Das Auge hat sie fixiert und das Gehirn registriert. Und sofort arbeiten die Sinne. Man hat den Duft von Kaffee und Kuchen in der Nase, ja man weiß sogar schon annähernd, wie es schmecken wird, noch bevor man die Tür zum Café geöffnet hat. Es sind Eindrücke, die das Gehirn bereits in der Vergangenheit abgespeichert hat. Für den Menschen ist nun klar: Wenn er einen Kaffee trinken will, wird er den Raum betreten, wenn er lieber eine Currywurst essen möchte, dann wird er mit seinen Augen weitersuchen – nach einer Imbissbude.

Visuelle Wahrnehmung nennt sich diese menschliche Fähigkeit, die bereits seit dem Altertum die Gelehrten beschäftigt. Reize des Auges werden weitergeleitet und im Gehirn mit Informationen und Emotionen verknüpft. Wie diese Vernetzungen stattfinden, und wie sich diese Fähigkeiten auch auf Maschinen übertragen lassen, sind zwei der Schwerpunkte, die derzeit rund 800 Wissenschaftler aus aller Welt an der Universität Regensburg diskutieren. Dort begann gestern die 32. European Conference on Visual Perception, eine der größten Veranstaltungen im Bereich der Bild- und Wahrnehmungswissenschaften. Organisiert hat den Kongress, der erstmals nach zwölf Jahren wieder in Deutschland stattfindet, Professor Dr. Mark Greenlee vom Institut für Psychologie an der Uni Regensburg.

„Wir stehen am Anfang einer technologischen und wissenschaftlichen Entwicklung, die uns eines Tages erlauben wird, künstliche Sehsysteme für die Sensorik und Robotik zu kreieren, die menschenähnlich funktionieren“, prognostiziert Greenlee. Noch werde dem Roboter das Denken vom Menschen vorgegeben, irgendwann werde der Robert selbst erkennen, was zu tun sei. Bis dahin müssen die Wissenschaftler allerdings noch viele komplexe Vorgänge und zeitliche Abläufe, die sich zwischen Auge und Gehirn abspielen, entschlüsseln und „eine Brücke von der Biologie zur praktischen Anwendung schlagen“.

 

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