Umfragewerte im Keller
Die schwarz-gelbe Koalition sackt in der Wählergunst weiter ab. Jeder Zweite macht die FDP für den Koalitionsstreit verantwortlich.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) genießen nur noch bei 23 Prozent der Deutschen volles Vertrauen.
Berlin. Die koalitionsinternen Streitereien zwischen Union und FDP wirken sich weiterhin negativ auf die Wählergunst aus. „Stern“ und RTL veröffentlichten am Mittwoch den Forsa-Wahltrend. Darin käme die schwarz-gelbe Regierung derzeit gemeinsam auf nur 37 Prozent. Seit der Bundestagswahl vor knapp neun Monaten hat sie damit rund 11 Prozentpunkte eingebüßt. Auf dasselbe Ergebnis kommt ein am Dienstag veröffentlichter ARD-„Deutschlandtrend“-Extra.
Koalitionsstreit wird der FDP angelastet
Vor allem die Liberalen stecken weiterhin im Tief. Laut dem von der ARD beauftragten Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap verliert die FDP einen Zähler. Damit liegt sie inzwischen bei nur noch bei 5 Prozent und müsste sogar um den Einzug in den Bundestag bangen. Es ist der schlechteste Wert in dieser Umfrage seit Oktober 2003.
Laut der „Stern“-Umfrage hält fast jeder Zweite die Liberalen für den Hauptschuldigen am Koalitionsstreit. Wie tief die Gräben auch im eigenen Wählerlager sind, zeigen die Antworten der jeweiligen Parteianhänger. So machen sogar 55 Prozent der Unionswähler die FDP für den Koalitionsstreit verantwortlich. Dagegen sehen die Unterstützer der Liberalen zu 29 Prozent die CSU und zu 22 Prozent die CDU als Hauptunruhestifter — immerhin 19 Prozent jedoch sprechen die eigene Partei schuldig.
Bei Forsa kommt die FDP ein wenig besser weg: Das Umfrageinstitut sieht die FDP bei 6 Prozent (plus 1), wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre.
CDU und CSU fallen um einen Zähler zurück: Sie würden laut Forsa 31 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Infratest sieht die Union bei 32 Prozent.
Oppositionsparteien überflügeln Koalition
Die Werte der Opposition blieben weitgehend stabil: Die SPD steht zwischen 26 Prozent (ARD) und 29 Prozent („Stern“/RTL). Auch die Grünen bleiben mit 17 beziehungsweise 18 Prozent auf dem bisherigen Level. Die Linke kommt auf 11 Prozent. In beiden Umfragen liegen die Oppositionsparteien nach derzeitigem Stand sehr deutlich vor der Koalition.



