Politik 25.01.2012, 16:52 Uhr

Mutmaßliche Helfer im Visier

Die Polizei hat Privat- und Geschäftsräume von mutmaßlichen Unterstützern der NSU durchsucht. Sie sollen Waffen geliefert haben.


        Ins Visier der Bundesanwaltschaft sind weitere mutmaßliche Unterstützer der NSU-Terrorzelle gerückt.

Ins Visier der Bundesanwaltschaft sind weitere mutmaßliche Unterstützer der NSU-Terrorzelle gerückt.

Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch bundesweit Wohnungen und Geschäftslokale von mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Terrorzelle durchsucht. Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, sollen die Beschuldigten den mutmaßlichen Terroristen der Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Schusswaffen und Sprengstoff verschafft haben.

Zwei der Beschuldigten sollen den mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bereits 1998 Sprengstoff und eine Schusswaffe zur Verfügung gestellt haben. Es bestehe der Verdacht, dass sie die Zwickauer Terrorzelle auch später unterstützt hätten, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Zwei weitere Beschuldigte sollen den Mitgliedern des NSU 2002 und 2003 mehrere Schusswaffen verschafft haben, darunter mindestens eine sogenannte Pumpgun.

Polizei will Unterstützerumfeld durchleuchten

An den Durchsuchungen sind der Bundesanwaltschaft zufolge etwa 110 Polizeibeamte aus den Reihen des Bundeskriminalamts sowie aus Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg beteiligt. Ziel sei es, weitere Erkenntnisse über das Unterstützerumfeld der terroristischen Vereinigung und die Herkunft der Waffen zu gewinnen.

Einer der mutmaßlichen Unterstützer der neonazistischen Terrorgruppe NSU soll inzwischen in Düsseldorf leben. Das berichten die Zeitungen der WAZ-Gruppe unter Berufung auf einen Bericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Dabei handele es sich um einen „vertraulichen, indiskretionierten Bericht, den wir nicht kommentieren“, sagte eine Behördensprecherin am Mittwoch in Köln auf Anfrage.

Carsten S. soll die Terroristen der Zwickauer Zelle 1999 und 2000 mit Geld und Unterkunft versorgt haben. Zeitweise soll er ihr wichtigster Unterstützer gewesen sein. Angeblich ist er inzwischen aus der rechten Szene ausgestiegen.

Das Neonazi-Trio soll für die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin in Heilbronn 2007 verantwortlich sein. Auch zwei Bombenattentate in Köln 2001 und 2007 und mehrere Banküberfälle sollen auf ihr Konto gehen.

Beate Zschäpe sitzt in Untersuchungshaft

Die mutmaßlichen Terroristen Böhnhardt und Mundlos hatten sich Anfang November selbst getötet. Die einzige Überlebende des Trios, die 36-jährige Beate Zschäpe, sitzt in Untersuchungshaft. Außerdem wurden vier mutmaßliche Unterstützer des Trios in U-Haft genommen.

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