Politik 02.04.2012, 13:54 Uhr

Merkel hält weiter am Betreuungsgeld fest

Die CSU zieht eine rote Linie in der Koalition: Am Betreuungsgeld wird nicht gerüttelt. Schützenhilfe kommt von der Kanzlerin.

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        Beim Betreuungsgeld ist sich die Union nicht einig.

Beim Betreuungsgeld ist sich die Union nicht einig.

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält trotz des Widerstands in ihrer eigenen Partei am geplanten Betreuungsgeld für Eltern fest, die sich zuhause selbst um ihre Kinder kümmern wollen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Bundesregierung stehe zu dem, was die Koalitionspartner CDU, CSU und FDP im vorigen November erneut beschlossen hätten. Das sei die Wahlfreiheit der Eltern, wie sie ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr betreuen oder betreuen lassen wollen.

Dafür werde zum einen der Ausbau von Kindertagesstätten finanziell gefördert und zum anderen ein Betreuungsgeld eingeführt. Bis zur Sommerpause werde ein Gesetzentwurf eingebracht. Seibert: „Wenn der vorliegt, ergibt sich die Gelegenheit zu allen notwendigen Diskussionen.“

Der Streit ist wieder aufgeflammt, weil 23 CDU-Abgeordnete ankündigten, der Vereinbarung nicht zuzustimmen. Die CSU, die den Beschluss zum Betreuungsgeld durchgesetzt hatte, pocht auf Einhaltung der Koalitionsabsprachen vom November. Die FDP machte deutlich, dass sie nicht am Betreuungsgeld hängt. Seibert betonte: „Die politische Entscheidung in der Koalition ist gefallen.“

Der Gesetzentwurf soll bis Ostern im Bundesfamilienministerium fertiggestellt sein und anschließend in die Abstimmung gehen. Die Leistung soll ab 2013 an Eltern gezahlt werden, die ihre Kinder nicht in eine Kita geben. Zunächst sollen es 100 Euro, später 150 Euro monatlich geben. 2013 sind im Bundeshaushalt 400 Millionen Euro dafür eingeplant. Ab 2014 sollen es jährlich 1,2 Milliarden Euro sein.

Der CDU-Abgeordnete Karl-Georg Wellmann forderte Merkel auf, die Gesetzesinitiative zu stoppen. Er sagte der „Bild“-Zeitung (Montag): „Es wäre klug, wenn die Kanzlerin dieses Unfug-Gesetz stoppen würde.“


 

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