Kommt für Autofahrer ein „Gesundheits-TÜV“?
Bald muss der Führerschein alle 15 Jahre verlängert werden. Politiker fordern, dies mit einem Fitness-Check zu koppeln.
Mehr als jeder Zweite in Deutschland würde laut einer Umfrage den Führerschein freiwillig abgeben, wenn er oder sie sich nicht mehr fahrtauglich fühlt. Doch die eigene Fahrtüchtigkeit wird oft falsch eingeschätzt.
Berlin. Auf den Straßen sind immer mehr ältere Autofahrer unterwegs, SPD- und Grünen-Politiker machen sich daher für regelmäßige Gesundheitstests stark. Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) sagte der „Bild“-Zeitung, alle Autofahrer sollten im Abstand von 15 Jahren ihre Fahrtauglichkeit untersuchen lassen. Wenn der Arzt die Tauglichkeit abspricht, wäre der Führerschein weg.
Auch die Grünen dringen auf einen „Gesundheits-TÜV“. Toni Hofreiter (Grüne), Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dabei gehe es nicht um einseitige Tests für Senioren. Die Überprüfung, etwa des Sehvermögens, solle an die ab 2013 geltende Verlängerung des Führerscheins gekoppelt werden.
Der Führerschein muss künftig alle 15 Jahre verlängert werden, die Regierung plant, dass dies eine Formalie sein soll. Hofreiter sagte, es gehe um regelmäßige Tests für alle Autofahrer, also jung wie alt.
Die Bundesregierung, der ADAC und die Gewerkschaft der Polizei setzen dagegen auf freiwillige Maßnahmen. „Ältere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht diskriminiert werden. Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit ist nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand“, sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Donnerstag in Berlin.
Neumann betonte hingegen, dass wie in anderen EU-Staaten von der Verpflichtung zu Gesundheitstests Gebrauch gemacht werden solle. „Bei der Verlängerung von Führerscheinen darf es keinen Automatismus mehr geben.“ Ramsauer solle daher die Chance nutzen, parallel zur Einführung der 15-jährigen Befristung von Führerscheinen auch regelmäßige Gesundheitstests zur Pflicht zu machen. Er stützt sich bei seiner Forderung auf neue Zahlen, die aber nur Hamburg betreffen. Laut Neumann hätten Senioren ab 65 Jahren mit 61,6 Prozent dort den höchsten Verursacheranteil am Unfallgeschehen.






