Politik 11.05.2012, 22:01 Uhr

Tag der Wahrheit für Röttgen und Kraft

13,2 Millionen Wähler stimmen am Sonntag bei der „kleinen Bundestagswahl“ über die Zukunft Nordrhein-Westfalens ab.


        Noch prägen Wahlplakate das Straßenbild. Am Sonntag wird abgestimmt. Ein Wahlsieg für ein Bündnis aus SPD und Grünen gilt fast als sicher. Foto: dpa

Noch prägen Wahlplakate das Straßenbild. Am Sonntag wird abgestimmt. Ein Wahlsieg für ein Bündnis aus SPD und Grünen gilt fast als sicher. Foto: dpa

Von Johannes Nitschmann, MZ

Düsseldorf. Bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am Sonntag sagen die Demoskopen einen knappen Wahlsieg für die rot-grüne Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ein Debakel für CDU-Herausforderer Norbert Röttgen voraus. In Berliner Regierungskreisen kursierten am Freitag Umfragezahlen, bei denen die CDU unter der 30-Prozent-Marke und zehn Prozent hinter den Sozialdemokraten liegt. Mit 13,2 Millionen Wahlberechtigten gilt die NRW-Wahl traditionell als „kleine Bundestagswahl“.

Mit einem Sieg für SPD-Spitzenkandidatin Kraft wollen die Sozialdemokraten zugleich die Weichen für ein rot-grünes Regierungsbündnis bei der Bundestagswahl 2013 stellen. Im Düsseldorfer Landtag hatten SPD und Grüne bisher ein Mandat zur Parlamentsmehrheit gefehlt.

Ihren Wahlkampf hatten die Sozialdemokraten ganz auf ihre populäre Ministerpräsidentin („NRW im Herzen“) zugeschnitten, die um „klare und stabile Verhältnisse“ warb. Zudem versuchte Kraft mit der Erfüllung der rot-grünen Wahlversprechen – Abschaffung der Studien- und Kitagebühren im letzten Kindergartenjahr sowie finanzielle Stärkung der Kommunen – während ihrer knapp zweijährigen Amtszeit zu punkten. Den Umfragen zufolge scheint der 50-jährigen Sozialdemokratin dies gelungen zu sein: die SPD liegt zwischen 37 und 39 Prozent, mit Zugewinnen von drei bis fünf Prozent im Vergleich zur vorangegangenen Landtagswahl.

Fehlstart und schwere Fehler

Starke Verluste werden dagegen für die CDU und ihren Spitzenkandidaten Röttgen prognostiziert. Beobachter in Düsseldorf rechnen am Wahlabend mit einem innerparteilichen Aufstand gegen den CDU-Landesvorsitzenden und Bundesumweltminister, dem im zurückliegenden NRW-Wahlkampf schwere strategische Fehler und mangelnde Motivation für die Landespolitik vorgeworfen werden.


 

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