G8 will nicht am Wachstum sparen
Eine florierende Wirtschaft rückt immer mehr in den Mittelpunkt. Und die Nato soll Milliardenprojekte anpacken.
Camp David/Chicago. Die G8-Staaten lehnen einen Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone ab. Das ergaben die von US-Präsident Barack Obama geführten Beratungen der wichtigsten Industriestaaten und Russlands (G8) am Samstag in Camp David. „Alle G8-Mitgliedstaaten wollen, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Voraussetzung sei aber, dass das Land die Verpflichtungen, die es eingegangen sei, auch einhalte.
Nach der harten Kritik an Merkel in Griechenland, die sich an einem möglichen Referendum der Griechen über den Verbleib im Euro-Raum entzündet hatte, erklärte Interims-Ministerpräsident Panagiotis Pikrammenos die Debatte für beendet. Behauptungen von griechischer Seite, dass Merkel das Referendum vorgeschlagen habe, wurden von der Bundesregierung dementiert. Das Parlament in Athen wurde wie erwartet aufgelöst, um den Weg für Neuwahlen am 17. Juni freizumachen. Die Europäer hoffen, dass sich dann Parteien durchsetzen, die das Spar- und Reformprogramm weiterführen.
Entgegenkommen für Obama
„Unser Gebot ist, Wachstum und Jobs zu schaffen“, schrieben die G8-Staatenlenker in einer gemeinsamen Erklärung zur Wirtschaftspolitik. Sie machten sich damit Kernforderungen Obamas zu eigen. Die G8 sei sich auch einig gewesen, dass in der Euro-Zone sowohl Wachstum als auch Haushaltskonsolidierung nötig sei, sagte Merkel. An dieser Stelle gebe es auch Einigkeit zwischen Frankreich und Deutschland. Frankreichs neuer Präsident François Hollande pochte auf mehr Wirtschaftswachstum.
Die G8-Staaten halten eine Freigabe strategischer Ölreserven offen, falls die Versorgung knapp wird und die Preise wieder steigen sollten. Notfalls soll die Internationale Energieagentur IEA eingeschaltet werden.

