Politik 21.05.2012, 07:18 Uhr

Protest gegen Nato-Gipfel

Zunächst verlief der Protestzug friedlich, später kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

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        Tausende protestieren in Chicago gegen die Nato.

Tausende protestieren in Chicago gegen die Nato.

Chicago. Massenprotest gegen den bisher größten Nato-Gipfel: Viele tausend Aktivisten haben am Sonntag mitten im Zentrum der Millionenstadt Chicago gegen Krieg und Nato-Politik demonstriert. Das gemeinsame Motto der verschiedensten Protestgruppen mit Hunderten Plakaten und US-Flaggen: „Sagt Nein zur Nato-Agenda von Krieg und Armut!“

Während der mehrstündige Protestzug zunächst friedlich verlief, kam es nach dem offiziellen Ende der Aktion zu Zusammenstößen mit der Polizei. Es habe mindestens 45 Festnahmen und mehrere Verletzte gegeben, sagte Polizeichef Garry McCarthy vor Reportern. Vier Polizeibeamte seien in Krankenhäuser gebracht worden; einem von ihnen sei ins Bein gestochen worden. Ein Reporter berichtete, mehrere Demonstranten seien am Boden mit Kabelbindern gefesselt worden. Die Polizei habe Mitglieder des „Black Blocks“ eingekesselt. Polizisten schlugen auf Demonstranten ein, dann beruhigte sich die Lage wieder.

Die Veranstalter zählten mehr als 15.000 Demonstranten. „Dieses ist die größte Anti-NATO-Demonstration in der Geschichte der USA“, erklärte Joe Lombardo, einer der Organisatoren der Protestaktionen. Die Demonstranten zogen in einem Protestzug zum streng abgeschirmten Konferenzort. Dort warfen mehrere in Uniformen gekleidete US-Veteranen ihre militärischen Auszeichnungen demonstrativ auf die Straße, was im patriotischen Amerika als schwere Beleidigung der Streitkräfte gilt.

Gitter, Betonsperren und schwer bewaffnete Polizei sicherten das Konferenzzentrum. Helikopter überwachten den Luftraum. Boote der Küstenwache mit Maschinengewehren kontrollierten die Ufer des Lake Michigan.

Rund 3000 Beamte waren im Einsatz, auch berittene Polizei. In den Hochhausschluchten warten Hundertschaften von Spezialkräften in Kampfausrüstung. Auf Protestschildern warfen Demonstranten der Nato vor: „Töte eine Person – und es ist Mord. Töte Hunderttausende – und es ist Außenpolitik!“


 

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