Politik 10.08.2012, 18:51 Uhr

Ein Klassenzimmer aus Bits und Bytes

Einzigartiges Afrika-Hilfsprojekt: Spender können virtuell die Einrichtung für eine Schule kaufen – auf Facebook und Twitter.

Felix Garbe (l.), Gründer und Vorsitzender des Vereins Bonfaremo, verfolgt den Unterricht in der Msafiri English School in Kisangara. Fotos: Bonfaremo

Felix Garbe (l.), Gründer und Vorsitzender des Vereins Bonfaremo, verfolgt den Unterricht in der Msafiri English School in Kisangara. Fotos: Bonfaremo

Von Veronika Widmann, MZ

Regensburg. Als er zehn ist, bekommt Felix Garbe ein Buch geschenkt, „Meine erste Million“ steht auf dem Titel. Mit 15 gründet er ein Unternehmen, er träumt von einem Lamborghini und einem Vorstandsjob. Mit 18 fängt er an, in Regensburg Betriebswirtschaftslehre (BWL) zu studieren. Heute ist Felix 20 Jahre alt – und Vorsitzender des Bonfaremo e.V.. Das erste, was er in die Satzung des gemeinnützigen Vereins schrieb, war: Niemand soll mit seiner Arbeit bei Bonfaremo je Gewinn erwirtschaften.

„Es war ein glücklicher Zufall, dass BWL so scheiße war“, sagt Garbe. Die Inhalte des Studiums sind ihm zu theoretisch und lebensfern, seine Kommilitonen lustlos und gelangweilt. Das Prinzip Uni enttäuscht: Es gleicht zu sehr der Schule, jeder schielt nur auf die Uhr und wartet auf das Ende der Vorlesung. Garbe hat keine Lust, nur zuzuhören und still zu sitzen. Nach zwei Wochen, im Herbst 2010, schmeißt er hin – und beschließt, das umzusetzen, was ihm schon eine Weile im Kopf herumschwebt.

Vom Studium zur Entwicklungshilfe

2009 ist er in Afrika gewesen, zwei Wochen reiste er durch Gambia. Zu sehen, wie arm die Leute dort sind, habe etwas in ihm verändert, sagt Garbe. Deshalb habe er nach einer Möglichkeit gesucht, etwas für Menschen in Afrika zu tun – auch ohne Ausbildung und Erfahrung als Entwicklungshelfer. Über einen Bekannten erfährt er von der Msafiri English School in Kisangara, einem kleinen Ort in Tansania. Schon seit Jahren wird die Schule vom Rotary Club aus Felix’ Heimatort Mühldorf am Inn und privaten Spendern unterstützt. Jetzt braucht sie neue Klassenzimmer – Garbe will dafür sorgen, dass sie gebaut werden.

Seine Idee: Die Leute sollen nicht einfach Geld spenden, sondern ganz konkret sehen, welchen Beitrag sie leisten. In einem virtuellen Klassenzimmer sollen sie „einkaufen“ gehen können, einen Stuhl oder einen Tisch auswählen und ihn dann in den „Spendenkorb“ legen.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo