TV-Boom zum IFA-Start
Auf der Messe stehen TV-Geräte mit Internet-Zugang im Fokus, die das Fernsehen verändern. Die IFA kämpft unterdessen mit Platzmangel.
Fernseher mit Internet stehen bei der IFA diese Jahr besonders im Fokus. Foto: dpa/Archiv
Berlin. Das Geschäft mit Fernsehgeräten in Deutschland boomt zum Start der Technik-Messe IFA wie nie zuvor. Mit 10,2 Millionen verkauften Flachbild-Fernsehern in diesem Jahr werde mehr als jeder vierte Haushalt ein neues Gerät anschaffen, ergab eine Branchenstudie. Damit koppelt sich Deutschland deutlich von der Entwicklung in vielen anderen Ländern ab, wo das Geschäft unter anderem von der Euro-Schuldenkrise belastet wird. Vor allem den japanischen Branchenriesen ging es zuletzt schlecht: Absatzprobleme und der starke Yen stürzten sie tief in die roten Zahlen.
Bei der Funkausstellung dürfte aber das Schlaglicht auf neue Geräte die wirtschaftlichen Probleme in den Hintergrund drängen. In diesem Jahr stehen vor allem Smart TVs im Mittelpunkt – Fernseher mit Internet-Anschluss. Sie ermöglichen die bequemere Verknüpfung von klassischem Fernsehen mit Online-Angeboten wie Sender-Mediatheken. Die Schwemme der Internet-Inhalte auf dem Wohnzimmer-Fernseher verändert bereits die Gewohnheiten der Nutzer – und dieser Trend könnte laut Experten zu einer regelrechten Revolution auswachsen.
Zahl der Aussteller stagniert
Die IFA selbst hat die Grenzen des Wachstums in ihrer aktuellen Fläche erreicht. Die Zahl der Aussteller stagniert. Bisher hätten sich 1439 Unternehmen angemeldet, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. 2011 kamen 1441 Aussteller auf das Gelände unter dem Funkturm. Die Ausstellungsfläche legte nur noch um 1,4 Prozent auf 142.200 Quadratmeter zu. Zum Jahr 2014 werde die Messe mit neuen Ausstellungsflächen mehr Platz haben, kündigte Göke an. Die IFA ist seit April ausgebucht.
Die IFA ist kurz vor dem Weihnachtsgeschäft eine wichtige Ordermesse. Im vergangenen Jahr wurden Aufträge für mehr als 3,7 Milliarden Euro in Berlin abgeschlossen. Für das Publikum hat die IFA vom 31. August bis zum 5. September geöffnet.
Der neue Sony-Chef Kazuo Hirai kam nach Berlin, um seinen Reform-Kurs für den Traditionskonzern vorzustellen. „Wir haben es mit schwierigen Realitäten zu tun und müssen harte Geschäftsentscheidungen treffen“, sagte er. „Wir werden wieder Gewinne machen und wachsen.“ Zu den Sony-Neuheiten auf der IFA gehören Tablet-Computer und Smartphones, die künftig einheitlich unter der Marke Xperia vermarktet werden. Dazu bietet Sony auch einen neuen Musik-Streaming-Dienst an. Außerdem zeigt Sony auf der IFA einen Laptop der Modellreihe Vaio, der sich mit einer speziellen Mechanik in einen Tablet-Computer umwandeln lässt.






