Wirtschaft 08.03.2013, 10:52 Uhr

Mehdorn soll das BER-Chaos lichten

Erst vor Wochen hat er den Chefsessel bei Air Berlin geräumt, nun steigt Hartmut Mehdorn, einst Chef der Bahn, auf den Schleudersitz am Hauptstadtflughafen.

Hartmut Mehdorn soll‘s richten: Drei Jahre lang wird er Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin Brandeburg sein. Foto: dpa

Hartmut Mehdorn soll‘s richten: Drei Jahre lang wird er Geschäftsführer der Flughafengesellschaft Berlin Brandeburg sein. Foto: dpa

Berlin. Hartmut Mehdorn, Ex-Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, soll den Berliner Hauptstadtflughafen aus dem Chaos führen. Der 70 Jahre alte Topmanager ist neuer Vorsitzender der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Mehdorn habe einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben und trete am Montag an, sagte Airport-Aufsichtsratschef und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Freitag auf der Baustelle in Schönefeld. Für das frühere Prestigeprojekt ist nach vier gescheiterten Anläufen noch kein neuer Eröffnungstermin in Sicht.

Mehdorn will aufs Tempo drücken, wie er bei seiner Vorstellung ankündigte. „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier ein kleines Powerhouse aufmachen können.“ Schwierigkeiten scheue er nicht: „Ich bin bekannt dafür, dass ich einen geraden Weg gehe.“ Mehdorn folgt auf Rainer Schwarz, der im Januar entlassen worden war. Anders als Schwarz wird Mehdorn Vorsitzender der Geschäftsführung und nicht nur ihr Sprecher. Mehdorn trägt damit die Gesamtverantwortung. Platzeck (SPD) als Aufsichtsratschef sagte, Mehdorn sei ein sehr erfahrener Manager und exzellenter Branchenkenner. Er sei sicher, dass der frühere Bahnchef den Flughafen zu mehr Akzeptanz verhelfe, ihn zurück in die Erfolgsspur und zu einer gelungenen Eröffnung führe. Bauherren des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund. Die kalkulierten Kosten stiegen seit Baubeginn im Jahr 2006 von 2,0 Milliarden auf zuletzt 4,3 Milliarden Euro.

Mehdorn muss um längere Betriebszeiten kämpfen

Die deutsche Luftfahrtbranche begrüßte die Berufung. Aus Sicht des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft muss Mehdorn nun auch für die Flüge bis Mitternacht und ab 5.00 Uhr kämpfen - denn Brandenburg will mehr Nachtruhe. Mehdorn lehnte eine Ausweitung des Flugverbots ab. Er wolle „sehen, ob es nicht andere Kompromisslinien gibt“.

„Das ist eine reizvolle Aufgabe, keine Frage“, sagte Mehdorn, warnte aber auch vor zu hohen Erwartungen. „Ich kann auch nicht zaubern.“ Es gehe um eine Teamleistung. „Ich will die Mannschaft revitalisieren.“ In seiner neuen Funktion hat Mehdorn nicht nur Verantwortung für den Neubau, sondern auch für die alten Flughäfen in Tegel und Schönefeld.

 

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