Wirtschaft 04.04.2013, 16:45 Uhr

BMW-Werk Regensburg lagert aus

Die Logistik des BMW-Werks soll über einen Werkvertrag an einen Dienstleister vergeben werden. Der Betriebsrat befürchtet „Lohndumping durch die Hintertür“.

Der weiß-blaue Autobauer baut seine Oberpfälzer Fabrik derzeit um – zu einem Kompetenzzentrum für kleinere Fahrzeuge. Foto: dpa

Der weiß-blaue Autobauer baut seine Oberpfälzer Fabrik derzeit um – zu einem Kompetenzzentrum für kleinere Fahrzeuge. Foto: dpa

Von Christine Hochreiter, MZ

Regensburg. „Betriebsrat gegen Werksleitung: Riesenzoff im BMW-Werk!“ und „Bei BMW sind Betriebsrat und Werksleitung im Krieg“ lauten Schlagzeilen in einem Medienbericht. Auf Nachfrage der MZ äußerten sich am Donnerstag beide Seiten zu dem Artikel. Betriebsratschef Werner Zierer sagte: „Krieg ist Quatsch“. Es gehe um festgefahrene Positionen, und auch Pressesprecherin Martina Grießhammer betonte, dass es sich „nicht um einen Zoff zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung handelt“.

Es geht um rund 280 Stellen

Aber was ist das eigentliche Thema? Grießhammer erläuterte den Hintergrund. In Regensburg bereitet sich BMW derzeit intensiv auf die Fertigung zusätzlicher Modelle aus der unteren Kompaktklasse mit einem hohen Produktionsvolumen vor. Dafür investiert der weiß-blaue Automobilbauer kräftig in den Standort – allein 500 Millionen Euro in Technologien wie Presswerk, Karosseriebau, Montage sowie in neue Logistikstrukturen.

Mit Blick auf den geplanten Kompetenzumbau im Unternehmen prüfe die Werksleitung seit längerer Zeit, welche Themenbereiche eventuell ausgelagert werden könnten. Der Betriebsrat sei in dieses Projekt komplett mit eingebunden und verfüge über alle Unterlagen, so die Sprecherin. Ein Ergebnis dieses Prozesses: „Im Zuge der Fokussierung auf die wettbewerbsdifferenzierenden Kernkompetenzen“ sollen „gegen Ende 2013“ die sogenannte „Physische Logistik Karosseriebau und Presswerk“ sowie der „Leergutversand der Montage“ über einen Werkvertrag an einen externen Dienstleister vergeben werden.

Der Betriebsrat ist damit nicht einverstanden. Betriebswirtschaftlich mag eine solcher Schritt seiner Ansicht nach zwar durchaus sinnvoll sein, zumal aufgrund der niedrigeren Personalkosten ein externer Anbieter günstiger wäre. Die Arbeitnehmervertreter halten es aber für strategisch falsch und für gefährlich, die zunehmende Komplexität der logistischen Abläufe zu unterschätzen. „Wir wollen die Logistik nicht verlieren“, sagte der Betriebsratschef. Neue Baureihen, zusätzliche Modelle und die hohe geplante Auslastung würden mittelfristig die Situation verschärfen.

 

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