Sie wollen ein größeres Stück vom Kreditkuchen
Die HypoVereinsbank baut auch 2012 auf das Geschäft mit Firmenkunden sowie eine weiter wachsende Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen.
Albert Wimber (Privatkunden), Martin Schießwohl (Private Banking), Josef Lutz und Rainer Ehbauer (beide Geschäftskunden)Foto: Lex
Regensburg.
Vier Banker stehen für die HypoVereinsbank (HVB) Regensburg. Am Freitag blickten sie zurück auf ein erfolgreiches Jahr und skizzierten aktuelle Entwicklungen. Der Niederlassungsleiter Privatkunden, Albert Wimber, betreute zum Jahresende in 17 Filialen mit 182 Mitarbeitern – davon sind zwölf für die vermögenden Kunden zuständig („Private Banking“) – rund 59 000 Privatkunden (925 im Private Banking). Das Geschäftsvolumen betrug 1,9 Milliarden Euro – davon 440 Millionen Euro im Private Banking. Vergleichszahlen zum Vorjahr nannte der Banker nicht, da sich der Zuschnitt des Geschäftsgebiets entscheidend verändert habe.
Wie bei anderen Banken stieg auch bei der HVB die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen. Und der Trend zeige hier weiter nach oben, sagte Wimber. Im laufenden Jahr plane man in den Filialen zwei technische Neuerungen: Zum einen unterschreiben die Kunden bei Auszahlvorgängen künftig nicht mehr auf Papier, sondern wie bei der Paketzustellung auf einem elektronischen „Signpad“. Dies reduziere den Papierverbrauch und erhöhe durch den automatischen Abgleich der Unterschriften die Sicherheit. Zum anderen könnten – etwa bei der Baufinanzierungsberatung – Spezialisten von anderen Standorten via Videokonferenz mit in die Beratung eingebunden werden.
Martin Schießwohl, Leiter Private Banking in der Region Bayern Ost, berichtete von einem noch nie dagewesenen Run auf Sachwerte. Dies gelte für Immobilien und für geschlossene Fondsbeteiligungen. Den vermögenden Privatkunden biete das Institut neuerdings ein Pauschalpreismodell an, das ein Depot beinhalte, in dem der Kunde beliebig viele Transaktionen durchführen könne – zu einem festen Prozentsatz vom Depotvolumen.
Besonders erfolgreich war die HVB eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr erneut bei der Vergabe von neuen Krediten an ihre Firmenkunden. Laut Josef Lutz, Niederlassungsleiter Geschäftskunden und Mittlere Unternehmen Regensburg-Oberpfalz Süd, wurden 2011 insgesamt über 200 Millionen Euro an neuen Krediten an Firmen ausgereicht. Die Zahl der Kunden stieg in diesem Bereich um 2,6Prozent auf 2084 Unternehmen – davon 276 mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro.
Ebenfalls zugelegt hat die HVB bei der Verwaltung von Anlagegeldern öffentlicher Kunden – den Kommunen, Stadtwerken, kommunalen Krankenhäusern, Kirchen, Stiftungen, Sozialkassen oder Wohlfahrtsverbänden. „Das verwaltete Einlagenvolumen legte in diesem Bereich um rund zwölf Prozent auf mehr als 205 Millionen Euro zu“, so Lutz. Einen besonderen Erfolg habe die HVB in der Heilberufe-Sparte – bei Ärzten und Apothekern – verbuchen können. Hier sei die Kundenzahl dank eines eigenen Spezialisten-Teams deutlich angestiegen.
In diesem Jahr soll das ausgereichte Kreditvolumen in der Oberpfalz deutlich erhöht werden, sagte Rainer Ehbauer, der für Kunden mit einem Jahresumsatz über 50 Millionen Euro zuständig ist. Der Marktanteil der HVB in der Region solle nachhaltig und profitabel erhöht werden.

