Wirtschaft 16.05.2012, 14:29 Uhr

BMW ermahnt Politik in Eurokrise

Das Geschäft von BMW brummt. In Europa bekommt aber auch die Nobelmarke die Folgen der Schuldenkrise zu spüren.

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        Der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Norbert Reithofer

Der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Norbert Reithofer

München. BMW macht weltweit glänzende Geschäfte. Doch der Autobauer fürchtet auch die Folgen der Euro-Schuldenkrise. Konzernchef Norbert Reithofer - sonst in politischen Fragen stets zurückhaltend - warnt die Politik angesichts der Turbulenzen in Europa indirekt vor einem zu strikten Sparkurs. „Wir fordern eine weitsichtige Politik, die eine vernünftige Balance zwischen Sparen und Wachstum findet“, sagte Reithofer am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München vor den Aktionären der Nobelmarke.

Denn wie andere Autobauer bekommen auch die Münchner die Folgen der Schuldenkrise vor allem in Südeuropa zu spüren. „Verunsicherte Konsumenten kaufen weniger Autos“, sagte der Konzernchef. Das merken derzeit vor allem die Massenhersteller. Die Zulassungszahlen in Europa blieben im April bereits den siebten Monat in Folge im Sinkflug, wie der europäische Branchenverband ACEA am Mittwoch mitteilte. Die Verkäufe schrumpften um fast 7 Prozent. Heftig trifft es vor allem Italien (-18,0) und Spanien (-21,7).

Dort und etwa in Griechenland schmerzt die Misere aber auch die erfolgsverwöhnten Nobelmarken wie BMW, Audi und Daimler. „Da trifft uns die Härte des Marktes“, sagte Reithofer. Zwar sind diese Märkte für die Münchner und ihre Rivalen nicht so bedeutend, doch tut jeder Verlust weh. Vor allem aber wächst wegen der Eurokrise die Sorge um die gemeinsame Währung und damit den wirtschaftlichen Erfolg. Auch deshalb betonte Reithofer: „Zu einem gemeinsamen Europa mit einem einheitlichen Währungsraum gibt es aus unserer Sicht keine Alternative.“ Europa ist für BMW zudem nach wie vor der größte Absatzmarkt, wenn auch die USA und China stetig wachsen. Die Zuwächse dort treiben das rasante Wachstum von BMW und seinen Verfolgern.

Vor den Aktionären zog Reithofer noch einmal eine Bilanz des Rekordjahres 2011 und bekräftigte das Ziel, auch in diesem Jahr neue Bestmarken zu erreichen. Nach einem starken ersten Quartal ist der Branchenprimus auf dem besten Weg, das zu schaffen und Audi und Daimler weiter auf Abstand zu halten. Der Plan könne aber nur aufgehen, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verschlechtern. „Die hohe Staatsverschuldung in einigen Ländern und die Euro-Krise bergen nach wie vor Risiken für die globale Konjunktur“, sagte Reithofer.


 

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