Wirtschaft 22.05.2012, 18:27 Uhr

Tarifstreit in Bayern ist beendet

Die bayerische Metallindustrie übernimmt den Pilotvertrag. Er sieht unter anderem Verbesserungen für Leiharbeiter vor.


        „Mehr und fair“ forderte ein Warnstreikteilnehmer auf einer Kundgebung

„Mehr und fair“ forderte ein Warnstreikteilnehmer auf einer Kundgebung

Bad Gögging/ Frankfurt. Der wochenlange Tarifstreit in der bayerischen Metallindustrie ist endgültig beendet. Wie erwartet übernahmen Arbeitgeber und die IG Metall am Dienstag den bereits im Pilotbezirk Baden-Württemberg erzielten neuen Tarifvertrag, wie beide Seiten nach der inzwischen fünften Verhandlungsrunde in Bad Gögging mitteilten. Unter anderem sieht der Abschluss für die rund 755 000 Beschäftigten der bayerischen Metall- und Elektroindustrie 4,3 Prozent mehr Geld vor.

Nun müssen noch die Gremien dem Abschluss zustimmen, die große Tarifkommission der IG Metall wird demnach am 5. Juni über den Vertrag befinden, es wird aber mit großer Zustimmung gerechnet.

Nach den Stammarbeitern sind jetzt auch die Leiharbeiter der Metall- und Elektroindustrie dran. Sie erhalten ab November erstmals tariflich abgesicherte Branchenzulagen, wenn sie länger als sechs Wochen an einen Betrieb ausgeliehen sind. Die IG Metall und die Arbeitgeber der Zeitarbeit einigten sich in der Nacht zum Dienstag in Frankfurt auf einen entsprechenden Stufenplan. Dieser sichert den mindestens 240.000 Leiharbeitern gestaffelte Zuschläge auf ihren Tariflohn.

Nach neun Monaten Tätigkeit in der Metall- und Elektroindustrie soll der Zuschlag 50 Prozent des Tariflohns aus der Zeitarbeit betragen. Die volle Zulage beträgt je nach Tarifgruppe zwischen 621 und 1380 Euro im Monat. Die Zuschläge beginnen mit einem Plus von 15 Prozent nach sechs Wochen.

Nur ein Teil der Lohnlücke geschlossen

Mit dem bislang beispiellosen Tarifwerk wird zwar ein Teil der Lohnlücke im Vergleich zu den Stammbelegschaften geschlossen, das Niveau der Festangestellten wird aber nach dpa-Berechnungen auch mit dem Höchstsatz in der untersten Lohngruppe nicht erreicht. Weitere Zuschläge bis hin zur Gleichbezahlung können auf betrieblicher Ebene vereinbart werden.


 

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