Schlecker: Gläubiger vertagen Entscheidung
Am 1. Juni soll eine Entscheidung fallen. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hat Interesse angemeldet.
Tausende Beschäftigte von Schlecker warten auf eine Entscheidung
Ehingen. Der Gläubigerausschuss der insolventen Drogeriekette Schlecker hat die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens auf den 1. Juni verschoben. Das sagte Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Freitag nach dem Gläubigertreffen in Ulm. Bis dahin hätten die noch verbliebenen zwei möglichen Investoren Zeit, für die Gläubiger akzeptable Angebote zu unterbreiten. Somit bekommt Schlecker noch eine Galgenfrist von knapp einer Woche für die Rettung durch einen Investor.
Darauf hoffen tausende Schlecker-Beschäftigte. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ist an der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker interessiert. Die größten Schlecker-Gläubiger berieten am Freitag unterdessen über die Zukunft des Unternehmens.
Ein Sprecher der Nicolas Berggruen Holdings GmbH bestätigte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa, dass das Unternehmen Gespräche mit dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz geführt habe. Weitere Angaben wollte er nicht machen.
Verdi begrüßt Gespräche
Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Gespräche mit Berggruen. „Wir sind im Sinne der Zukunft der Schlecker-Beschäftigten offen für Investoren, die den Erhalt der Arbeitsplätze im Blick haben und werden vorliegende Fortführungskonzepte sorgfältig prüfen und bewerten“, sagte Verdi-Sprecherin Christiane Scheller der dpa.
Der Gläubigerausschuss tagte hinter verschlossenen Türen. Der Druck ist so groß wie nie: Vier Monate sind bereits seit dem Antrag auf Insolvenz vergangen, Ende März war das Verfahren eröffnet worden. Bundesweit wurden rund 10.000 Beschäftigten gekündigt, nachdem die Gründung einer Transfergesellschaft gescheitert war.
Geiwitz konnte bislang noch keinen schlagkräftigen Geldgeber präsentieren. Stattdessen gab es eine Klagewelle der gekündigten Mitarbeiter. Dies könnte potenzielle Investoren abschrecken, befürchtet die Insolvenzverwaltung. Deshalb steht ist auch eine Zerschlagung denkbar. Dann würde Schlecker in seine Einzelteile zerlegt und noch vorhandene Perlen würden verkauft. Der Großteil der deutschen Filialen würden dann wohl geschlossen.

