Kultur 21.07.2009, 19:02 Uhr

Der Liebreiz anmutiger Bewegung

Staatsoper Breslau zeigte Tschaikowskys „Schwanensee“ bei den Schlossfestspielen – und das Publikum war begeistert.

Aleksandra Liaszenko als Odette und Maksim Wojtiul als Siegfried bekamen zum Schluss frenetischen Applaus. Foto: altrofoto.de

Aleksandra Liaszenko als Odette und Maksim Wojtiul als Siegfried bekamen zum Schluss frenetischen Applaus. Foto: altrofoto.de

Von Susanne Wiedamann, MZ

Die ersten zwei Akte überwog Bewunderung, den dritten und vierten Akt die Verzauberung über eine Kunst, die klassisch fast schon im Sinn von historisch ist, und doch emotional packend sein kann. Tschaikowskys „Schwanensee“ gilt als das schönste Ballett der Geschichte und gehört zum Standardrepertoire klassischer Compagnien. Die Ballettcompagnie der Staatsoper Breslau zeigte eine in ihrer Formensprache traditionell gehaltene Version, die unter anderem durch das Zusammenwirken zweier Choreografen interessant wurde. Viktor Smirnov-Golovanov choreografierte die lyrischeren Akte, in denen vor allem Feinsinnigkeit gefragt war. Ewa Wycichowska, verantwortlich für den Prolog und dritten Akt, hatte die Lust, die farbigeren, turbulenteren Passagen des Klassikers lebendig in Szene zu setzen, was großartig gelang.

Tänzerinnen im Tutu

Die Ballerina im weißen Tutu ist fast schon Klischee. Doch wer am Montagabend im Hof des fürstlichen Schlosses die rund 20 jungen Tänzerinnen in ihren strahlend weißen Kleidern auf Spitze über die Bühne schweben sah, der konnte nicht anders, als beeindruckt zu sein. Die traumhaft schönen Bilder von den Tänzerinnen auf der künstlich vernebelten Bühne prägten sich ein, gewannen nach Einbruch der Dunkelheit nach dem zweiten Akt durch geschickte Ausleuchtung zusätzliche Magie.

Was jedoch in erster Linie faszinierte, war die enorme Technik, mit der die von Ballettdirektorin Bozena Klimczak geleiteten Tänzer aufwarteten. Kaum eine Haltung, eine Hebung, eine Drehung, ein Sprung des klassischen Vokabulars, die nicht gezeigt wurden. Von Arabesque über die Pirouette und den raumgreifenden Sprung, Grand jeté, bis zur perfekten Révérence reichten die ausgezeichnet ausgeführten Figuren, mit denen vor allem die Solisten beglückten.


 

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