Kultur 28.03.2011, 18:33 Uhr

Hinter den Fassaden der Metropolen

Der Verlag Friedrich Pustet trägt mit seiner Geschichtsreihe über europäische Hauptstädte zum kultivierten Reisen bei – jetzt nach Wien und Prag.

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Von Harald Raab. MZ

Wir reisen heute so gedankenlos und flüchtigen Sinnes, wie wir durch die Fernsehprogramme zappen oder im Internet surfen. Wenig bleibt haften. Reisen dieser Art bildet nicht mehr und kann bestenfalls zerstreuen – wenn überhaupt. Weniger wäre mehr. Das dann aber unbedingt vorbereitet. Speziell Städte erschließen sich nur denen, die sich vorher über die historische Entwicklung, die Einflüsse der Wirtschaft und der Politik informiert haben. Sonst bewegen wir uns in oft prächtigen Kulissen. Das Stück, das hier gespielt wird, bleibt uns aber für immer fremd.

Kompaktes Basiswissen

Reiseführer allein helfen selten weiter. Sie entarten sowieso immer mehr zu bunten Werbebotschaften, Event-Fahrpläne mit schwindendem Informationsgehalt. Der Regensburger Traditionsverlag Friedrich Pustet verschafft mit seiner Reihe „Kleine Geschichte…“ großer Städte Abhilfe.

Man muss nicht dicke Bücher wälzen und auf zeitraubende Internet-Recherche gehen. Auf 150 bis 190 Seiten kann man sich ein Basiswissen über europäische Metropolen wie Istanbul, Stockholm, Amsterdam, Kopenhagen oder St. Petersburg aneignen. Zwei europäische Hauptstädte sind jetzt hinzugekommen, eine „Kleine Geschichte Wiens“ und eine „Kleine Geschichte Prags“.

Wien: Wer glaubt nicht die Donau-Metropole mit k.u.k.-Flair zu kennen? Wiener Walzerseligkeit, Sissi, Kaiser Franz Joseph, Schloss Schönbrunn, der Stephansdom, Burgtheater, Hotel Sacher und Staatsoper, Heuriger und Kaiserschmarrn.

Fakten und Geschichten

Aber wie wurde, was ist? Welchen gesellschaftspolitischen Hintergrund haben die Prachtbauten? Architektur als Ausdruck von herrschenden Verhältnissen. Welche wechselnden Verhältnisse haben den Volkscharakter ausgebildet? Denn in allen Epochen bestimmt schließlich das Sein das Bewusstsein.


 

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