Auftrag für Jelinek
Autorin schreibt für Kammerspiele.
München. Die Münchner Kammerspiele gehen in diesem Jahr in ihre 100. Spielzeit. Das will Intendant Johan Simons auch zum Anlass nehmen, an zwei großen Münchner Mythen zu rütteln: der Maximilianstraße und der legendären „King Lear“-Inszenierung von Dieter Dorn.
In der kommenden Saison will Simons selbst den Shakespeare-Klassiker inszenieren. „Ich habe jetzt das Alter, Shakespeare neu zu betrachten“, sagte der 65-Jährige gestern in München. Die neue Interpretation des Theaterstücks, das an den Kammerspielen vor 20 Jahren mit Rolf Boysen in der Hauptrolle Kultstatus erlangte, erfordere aber auch Mut. „Die legendäre Inszenierung spukt in diesen Räumen herum.“ Auch Elfriede Jelinek steht in der kommenden Saison wieder auf dem Spielplan. Simons hat sie beauftragt, ein Stück über Münchens Luxus-Einkaufsmeile, die Maximilianstraße, zu schreiben. „Ich habe mit ihr besprochen, dass sie ein Stück schreibt über die Maximilianstraße und Mode. Aber man weiß bei Jelinek natürlich nie. Es kann den Anfang haben in der Mode und dann auf dem Mont Blanc enden.“ Das Stück, das noch keinen Titel hat, soll voraussichtlich im Oktober 2012 auf die Bühne kommen.
Zum 100-jährigen Bestehen planen die Kammerspiele außerdem ein Festprogramm rund um den Jubiläumstag am 11. Oktober. (dpa)

