Die vermeintliche Leichtigkeit weiblicher Behauptung
Die Regensburger Künstlerin und Psychologin Barbara Gaukler zeigt in der Jazzclub-Galerie im Leeren Beutel Mischtechnik-Arbeiten auf Papier.
Barbara Gaukler zeigt ihre skizzenhaften Kompositionen in der Jazzclub-Galerie.Foto: altrofoto.de
Regensburg.
Die Kuratorin der Ausstellung, Renate Christin, erzählt, wie sie zu Barbara Gaukler kam: Sie und Winni Freisleben von der Jazz-Club-Galerie haben sich den Katalog des Berufsverbandes Bildender Künstler angesehen. Bei der Abbildung einer Arbeit von Barbara Gaukler haben sie Halt gemacht: „Die wollen wir haben“. Und zwar gerade wegen der Verhaltenheit und Einfachheit dieses Bildes.
Von schlichter Einfachheit kann nun angesichts der Ausstellung „Behauptung, Behauptung, Behauptung“ keine Rede mehr sein, aber von Beiläufigkeit, Skizzenhaftigkeit und von kleinen, flüchtigen, vom Graphischen inspirierten Formen und Formaten.
Damit stehen die gezeigten Arbeiten Barbara Gauklers in einer Tradition „schmutziger“ zeichnerischer Kunst, wie sie im jüngeren Deutschland wohl am prominentesten bei Joseph Beuys sichtbar wurde, und in Regensburg eindrucksvoll-ironisch bei Peter Engels verrätselten und Wolfgang Göhlers poetischen Arbeiten.
Barbara Gaukler kommt ursprünglich von der Aquarelltechnik. Später hat sie vielerlei Mal- und Zeichenkurse besucht und ihr Ausdrucksrepertoire erweitert. Auf Reisen macht sie Fotos, die sie zum Teil als Vorlagen verwendet, und sie hat immer ein Blatt Papier dabei, auf dem sie Eindrücke sammelt. Auch aus Zeitschriften und dem Internet holt sie sich Anregungen. Wie aus einer großen, dicht gefüllten Schachtel scheint nun dies alles auf die verschiedensten Zeichenpapiere zu purzeln und wird zu lockeren Kompositionen arrangiert, denn auch bei noch so „schräger“ Organisation der einzelnen Elemente kommt es bei einem Bild darauf an, dass die Gesamtform in sich stimmig wirkt.
Manchmal ist die Basis eine Radierung, die sie übermalt oder es sind Farbkopien, oder Grundrisspläne, oder frühere Zeichnungen. Sie verwendet Aquarellfarben, aber auch Tusche und Acryl, legt Linien und Flächen mittels Monotypie. Sie arbeitet Hell-Dunkel-Kontraste mit Industriepainter heraus.
Im Gegensatz zu diesem starken Schwarz stehen die Partien von Bildern, bei denen sie Leinölfirnis verwendet. Schriftzeichen verschiedener Größe und Typs und Worte, wie „Altweiberfrühling“ oder „Jägervereinigung“ kommen hinzu. Sie erhöhen den zeichenhaft-dekorativen Touch der Bilder. Die Linie und das Schwarz, das Grau und Weiß dominieren.
Frauenkörper sind auszumachen in Posen oder witzigen Gegenposen, überlagert und kombiniert mit anderen Elementen. Der Bildraum ist assoziativ und schichtenmäßig aufgebaut. Man kann da manches als Porträt sehen, manches als Landschaft oder irgendwie auch als Impression oder Erzählung auffassen.

