Das globale Geschäft mit dem Tod
Hamburg. Eine Erkundungsreise in eine «mächtige, aber verschwiegene Welt» unternimmt der südafrikanische Autor Andrew Feinstein in seinem Buch «Waffenhandel - Das globale Geschäft mit dem Tod».
Auf über 800 Seiten spürt der frühere Politiker darin den weltweiten Waffengeschäften von Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin, Saab oder Thyssen-Krupp nach und unterstreicht die enge Verflechtung von Militär, Industrie und Politik. Der Autor zeigt auf, welche tragischen Konsequenzen der Waffenhandel in den vergangenen Jahrzehnten etwa in den Krisenregionen Afrikas hatte, wie er dort ganze Völkermorde provozierte oder begünstigte. Diktatoren wie Gaddafi wurden jahrelang vom Westen militärisch alimentiert.
Feinstein konnte zahlreiche, schwer zugängliche Quellen für sein Buch erschließen. Als Politiker in Südafrika wurde er einst selbst mit dem Thema konfrontiert. Aus Protest gegen ein mit Schmiergeldern ermöglichtes Waffengeschäft legte er sein Mandat nieder.
(Andrew Feinstein: Waffenhandel. Das globale Geschäft mit dem Tod. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 847 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3-455-50245-9)

