«Die Versehrten» - Parabel über menschliches Leid
Gonçalo M. Tavares. Foto: Teresa Sá/Random House
München. «Le Figaro magazine» hat Gonçalo M. Tavares einmal als «portugiesischen Kafka» bezeichnet. Tatsächlich kreisen die Bücher des 41-jährigen preisgekrönten Autoren um das Böse im Menschen, den Wahnsinn, die Angst.
In seinem neuen Buch «Die Versehrten» stellt sich das so dar: Der Arzt Theodor Busbeck beschäftigt sich systematisch mit den Gräueltaten in der Geschichte. Er möchte wissen, ob man den Schrecken im Voraus berechnen kann. In einer Nacht trifft er mit anderen Gezeichneten zusammen: Mit der schwer kranken Patientin Mylia, die Trost bei Gott sucht, ihrem lebensüberdrüssigen Geliebten Ernst Spengler und dem traumatisierten Kriegsheimkehrer Hinnerk. So nimmt das Drama seinen Lauf.
Mit «Die Versehrten» ist Tavares eine düstere und vielschichtige Parabel über das menschliche Leid gelungen.
Gonçalo M. Tavares: Die Versehrten, Deutsche Verlags-Anstalt, München, 240 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-421-04502-7

