Wie junge Künstler die Straße zu ihrer Galerie machen
Vor einem Jahr gründete sich in Regensburg die „Group of Ten“. Sie hat mit „Free art“-Aktionen auf sich aufmerksam gemacht – und plant weitere.
Sechs Künstler der Group of Ten: Martin Kufieta, „Miss Raw“ (oben), „S(draw)berry“, „Theo“, Rayk Amelang und „Phobia“ (unten, von links) vor einem ihrer Werke im „Gloria“ Foto: altrofoto.de
Von Katharina Kellner, MZ
Eigentlich sind sie mittlerweile schon sechzehn. Den Namen „Group of Ten“ haben sie trotzdem behalten. So nannten sie sich vor genau einem Jahr – als sich zehn Regensburger Street-Art-Künstler zu einer gemeinsamen Aktion zusammenfanden.
Rayk Amelang, freischaffender Künstler, der seit 2002 in Regensburg lebt und arbeitet, ist wohl der umtriebigste innerhalb der Truppe. Er stellte seine Arbeiten bereits an verschiedenen Orten in Deutschland aus. Weil er auch Mitglied des Kunstvereins GRAZ ist, hat er die Vereinsräume in der Schäffnerstraße als Treffpunkt vorgeschlagen. Dort erzählen er und die beiden 17-jährigen Schüler Martin Kufieta und „Phobia“ (der nur seinen Künstlernamen in der Zeitung lesen will) der MZ, wie die „Group of Ten“ sich zusammenfand.
Jeder soll Kunst besitzen
Amelang: „Anfang 2008 gab es einen Internet-Aufruf von Miss Manou, einer Street-Art-Künstlerin aus Würzburg. Sie regte an, ihr eigene Arbeiten in Blau auf quadratischem Grund zu schicken, die sie dann in einer Stadt verteilen wollte. Jeder Passant, der sie findet, darf sie mitnehmen. Das nennt sich Free art. Teilgenommen haben Künstler aus der ganzen Welt.“
Weil sich bei Miss Manou viele Künstler aus Regensburg gemeldet hatten, entschieden sich die Teilnehmer für die Donaustadt als Location für die „Free Art“-Aktion. Im April 2008 trafen sich in Regensburg Street-Art-Künstler aus München, Essen, Augsburg, Würzburg und Regensburg und verwandelten den hölzernen Fußgängerübergang der Protzenweiher-Ersatzbrücke in einen Ausstellungsraum. Künstler aus Afrika, Kanada, Australien und anderen europäischen Ländern hatten kleine Kunstwerke auf Papier, Pappe oder Leinwand geschickt. Noch bevor alle Bilder aufgehängt waren, rissen die Passanten sie den jungen Künstlern aus den Händen. Ein Erfolg für die „Group of Ten“, denn sie setzte damit den Grundgedanken von „Free Art“ um: Jeder kann Kunst besitzen, nicht nur der, der einen großen Geldbeutel hat. Im September 2008 nahm die Gruppe mit einer weiteren „Free Art“-Aktion in Regensburg an der Eröffnungsausstellung des Kunstvereins GRAZ mit dem Thema „Straßenkunst“ teil.



