Kultur 05.10.2009, 09:13 Uhr

Künstler, vernetzt in einer kreativen Wolke

Das Internationale Medienkunstfestival „art.clouds“ startet mit einer Krimilesung, die die Zuhörer in die virtuelle Welt von Second Life entführt.

„VolaVola – Fly me“ ist der erste vollständig in Second Life gedrehte Kinofilm, im Bild eine Szene. Foto: Evo Szuyuan

„VolaVola – Fly me“ ist der erste vollständig in Second Life gedrehte Kinofilm, im Bild eine Szene. Foto: Evo Szuyuan

Von Katharina Kellner, MZ

Regensburg. „Cloud Computing“ – dieser Modebegriff aus dem IT-Bereich hört sich für viele wolkig an. Es geht darum, Speicherkapazitäten, Rechenleistung und Software über das Internet zu mieten. Dadurch werden IT-Kapazitäten vom eigenen PC weg ins Netz ausgelagert – dies ermöglicht kollaboratives Arbeiten an vernetzten Projekten. Diesen Begriff hat nun die Regensburger Medienkunstgruppe Pomodoro Bolzano aufgegriffen – das Internationale Medienkunstfestival heißt in diesem Jahr „art.clouds“. Die Organisatoren deuten „Cloud“ (Wolke) mit Blick auf die sozialen Netzwerke des Web 2.0.

Sie meinen damit ein mit vielen Wurzeln verflochtenes System der Kreativen: „Gedanken und Konzepte entwickeln sich verteilt über den Globus mit dem gleichen Ziel: Das Neue und Kreative gemeinsam zu erforschen und zu erleben“, sagt Max D. Well im MZ-Gespräch. Er organisiert das Festival gemeinsam mit seinen Künstlerkollegen von Pomodoro Bolzano, Andreas Müller und Christian Wittkowsky. Den Festival-Flyer zieren farbige Wolken, die mit kurzem „Draht“ verbunden sind: Sinnbild für die enge Vernetzung der „art.clouds“-Künstler, die nicht nur aus Regensburg, Würzburg, Krefeld, Rotterdam, Kopenhagen oder dem italienischen Agropoli stammen, sondern auch aus Kanada und den USA. Träger des Festivals ist arts2media, die Medienwerkstatt des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz.

Ein Krimi spielt in Second Life

Zur Eröffnung des Festivals präsentiert Ingrid Schmitz aus Krefeld am 8. Oktober im Medienraum der Mittelbayerischen Zeitung eine multimediale Lesung ihres Krimis „2 Leben – 1 Tod“. Es ist der erste Krimi überhaupt, der in der Welt des Second Life angesiedelt ist. Die Handlungsfäden mischen sich zwischen der realen und der virtuellen Welt. In der dreidimensionalen Welt von Second Life interagieren Menschen durch grafische Stellvertreter, die Avatare. Hauptperson des Krimis ist die Künstlerin und Privatermittlerin Mia Magaloff. Sie will Malvin finden, den Sohn der alten Frau Schreiber. Dazu muss sie sich ins Second Life begeben. Nach einer abenteuerlichen Reise in SL findet sie die blutüberströmte Leiche von Malvins Avatar.

 

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