Panorama 06.08.2012, 20:15 Uhr

„Curiosity“ schickt erste Fotos

Es ist die teuerste und aufwendigste Mission zum Mars. Der Marsrover „Curiosity“ ist nach einem komplizierten Manöver auf dem roten Planeten gelandet.

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Der Forschungsroboter hat im Lauf seines ersten Tages auf dem Mars bereits rund 40 Megabyte Datenmaterial an die Erde gesendet. Foto: dpa

Der Forschungsroboter hat im Lauf seines ersten Tages auf dem Mars bereits rund 40 Megabyte Datenmaterial an die Erde gesendet. Foto: dpa

Washington. Nach der spektakulären Landung auf dem Mars hat der Rover „Curiosity“ mit der Vorbereitung auf seine Forschungsarbeit begonnen. „Die Mission auf der Oberfläche ist gerade erst losgegangen“, sagte Nasa-Wissenschaftler Mike Watkins am Montag bei einer Pressekonferenz im kalifornischen Pasadena. „Wir haben den Rover ja nicht nur gebaut, um zu landen – er soll auf dem Mars fahren und forschen.“ Als erstes würden die Betriebssysteme und wissenschaftlichen Instrumente von „Curiosity“ geprüft. „Bisher sieht es so aus, als sei alles in sehr gutem Zustand.“

Außerdem sei der Rover dabei, eine Antenne auszuklappen, die die Kommunikation mit der Erde deutlich erleichtern werde. Danach werde er eine Art Kamera-Kran ausfahren und die Staubschutz-Klappen von den Kameras entfernen. Der Forschungsroboter hat im Lauf seines ersten Tages auf dem Mars bereits rund 40 Megabyte Datenmaterial an die Erde gesendet. Darunter seien inzwischen auch einige Fotos in hoher Qualität sowie ein kleines Video vom Landeanflug, teilten Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montagnachmittag (Ortszeit) im kalifornischen Pasadena mit. Auf den Bildern ist ein mehrere Kilometer entfernter Berg zu erkennen, zu dem „Curiosity“ (Neugier) innerhalb des nächsten Jahres rollen soll. Der Berg sei mehr als 5000 Meter hoch.

Außerdem zeigen die Bilder den Marsboden an der Landestelle. „Wir erkennen, dass es dort sehr flach ist und viele kleine Kiesel herumliegen“, sagte die Nasa-Wissenschaftlerin Joy Crisp. „Weder vor noch hinter dem Rover sehen wir irgendwelche Hindernisse, die ein Problem bei der Fahrt darstellen könnten.“ Am Dienstag sollen zwei Antennen des Rovers in Betrieb genommen werden, die die Kommunikation mit der Erde erleichtern sollen. Erste Forschungsarbeiten wird der Rover erst in mehr als einer Woche starten können. Bis er mit einem Bohrer Bodenproben entnimmt, kann es sogar noch bis zu einem Monat dauern.

Forscher hatten Tränen in den Augen

Mit einem spektakulären Manöver war das Roboterfahrzeug „Curiosity“ sanft auf dem Mars gelandet. Im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena brach nach dem Aufsetzen des Rovers um 07:32 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit am Montag minutenlanger Jubel der Erleichterung aus. „Das ganze Team ist außer sich“, sagte Nasa-Manager Peter Theisinger. „Es ist ein unglaubliches Gefühl.“ Viele Forscher hatten Tränen in den Augen. Auch bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt und an der mit einem Strahlenmessgerät beteiligten Universität Kiel gab es viel Beifall und strahlende Raumfahrt-Experten.

 

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