Der Schauspieler Dirk Bach ist gestorben. Foto: dpa
Von Gregor Tholl, dpa
Berlin. Der überraschende Tod des Komikers Dirk Bach schockiert Fans, Kollegen und die Fernseh-Branche. Der vor allem als Dschungelcamp-Moderator bekannte Entertainer wurde am Montag, fünf Tage vor der geplanten Premiere des Stücks „Der kleine König Dezember“ im Berliner Schlosspark-Theater mit ihm in der Hauptrolle, leblos aufgefunden. Die Todesursache des 51-Jährigen in einem Hotel-Appartement in Berlin-Lichterfelde blieb zunächst unklar - ebenso, wo und wann der gebürtige Kölner bestattet wird.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob der Leichnam von Dirk Bach obduziert wird. Zwar sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden, was immer der Fall sei, wenn die Polizei zu einem Todesfall gerufen wird, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Aber erst im Laufe des Tages werde über eine mögliche Obduktion entschieden. Die Todesursache des 51-jährigen Entertainers ist noch unklar. Die Berliner Polizei erklärte, es sei kein Fremdverschulden erkennbar.
Am Dienstagabend soll des Entertainers auch beim Deutschen Fernsehpreis in Köln gedacht werden. Die Form der Ehrung blieb zunächst unklar.
Millionen Fernsehzuschauern war der kugelrunde Entertainer durch die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ bekannt. Mit Tropenhelm und bunten Hemden sorgte er dort mit Sonja Zietlow in sechs Staffeln für Lacher - mit bissigen Kommentaren über die Promis im australischen Dschungel.
Keine Hinweise auf Fremdverschulden
Das Berliner Boulevardblatt „B.Z.“ zitierte den Sprecher des Schlosspark-Theaters, Harald Lachnit: „Am Montagnachmittag sollte die erste Probe auf der großen Bühne stattfinden. Zuvor hatte Dirk noch einen Pressetermin ausgemacht. Wir wunderten uns, als er den nicht wahrnahm und er auch nicht zur Probe kam. Und so fuhr der Regisseur des Stücks, Lorenz Christian Köhler, in Dirks Hotel.“ Mit einer Angestellten habe sich Köhler Zugang zum Zimmer verschafft und Bach leblos gefunden. Ein Polizeisprecher sagte nur, ein 51-Jähriger sei gegen 17 Uhr tot in einer Wohnung in Berlin-Lichterfelde gefunden worden. Den Namen aber wollte er nicht nennen. Hinweise auf Fremdverschulden gebe es nicht.
Dirk Bach war ein vielseitiger Künstler: Er dreht Filme („Nich‘ mit Leo“), arbeitete als Synchronsprecher, nahm Hörbücher auf oder traute als Pfarrer in der ARD-Seifenoper „Verbotene Liebe“ ein homosexuelles Paar. Aus seinem eigenen Schwulsein machte der Comedian nie ein Geheimnis.
Im Fernsehen hatte der Kölner, der eng mit Hella von Sinnen befreundet war, Erfolg mit der ZDF-Sitcom „Lukas“ (1996-2001) oder der „Dirk-Bach-Show“ bei RTL (1992-1994). Als Zauberer Pepe begeisterte er von 2000 bis 2007 im Kinderklassiker „Sesamstraße“. Er wirkte auch in TV-Formaten wie „Schillerstraße“ (Sat.1) oder „Frei Schnauze“ (RTL) mit. Doch lief im TV nicht immer alles rund. So wurde die Vox-Gameshow „Power of 10“ im Jahr 2008 wegen geringer Einschaltquoten nach wenigen Ausgaben abgesetzt.
„Dirk war ein Super-Profi“
Kollegen und Fans reagierten schockiert auf den Todesfall. Oliver Pocher äußerte auf Twitter sein „herzliches Beileid“ und schrieb: „..und Du wirst auf deinem weiteren Weg noch einige zum Lachen bringen!! Rock das Dschungelcamp des Himmels!“ Der Schauspieler Michael Kessler twitterte: „Ich bin geschockt - Dirk Bach ist tot...“
Der Regisseur Walter Bockmayer, der Bach einst entdeckt und gefördert hatte, sagte am Montagabend im ZDF: „Ich weiß selber gar nicht was ich im Moment sagen soll. Ich weiß nur, dass ein guter Freund fehlt und vor allen Dingen ein absoluter Profi. Dirk war ein Super-Profi.“
Vom Schlosspark-Theater, dessen Intendant Dieter Hallervorden ist, hieß es: „Wir haben Dirk Bach als lebenslustigen und sehr liebenswerten Kollegen kennengelernt, um so mehr schmerzt der Verlust.“
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth verlinkte bei Facebook ein Foto des Stars und schrieb: „In tiefer Traurigkeit und schöner Erinnerung an einen guten Freund.“ Der TV-Kritiker Oliver Kalkofe schrieb bei Facebook: „Noch vor ein paar Wochen saß ich mit ihm zusammen beim Wer wird Millionär - Special... und ich kann nur bestätigen, was im Grunde alle über ihn sagen werden: er war einer der freundlichsten, herzlichsten und einfach nettesten Menschen in dieser Branche. R.I.P., lieber Dicki... wir werden dich sehr vermissen!“
Désirée Nick, Siegerin der zweiten Dschungelcamp-Staffel, sagte zu „Focus Online“, Bach sei „ein ganz toller Mensch“ gewesen. „Nach Margot Werner, Silvia Seidel und Susanne Lothar ist Dirk Bach die nächste nicht zu ersetzende Show-Größe, die Deutschland in kurzer Zeit verliert.“ Costa Cordalis, der 2004 der erste RTL-Dschungelkönig wurde, sagte „Focus Online“: „Er war einer der tollsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte.“
Für RTL äußerte sich Markus Küttner, der Chef für Comedy-Formate: „Wir sind zutiefst schockiert, bestürzt und fassungslos.“ Ob es 2013 wieder ein Dschungelcamp geben wird, blieb zunächst völlig unklar. (dpa)