Das Wochenende der skurrilen Rekorde
Markus und Ina, Teilnehmer eines Weltrekordversuchs im Hundewaschen, seifen am Samstag in ad Birnbach (Niederbayern) den Boxer Cosmo ein. Zwölf Männer und Frauen starteten am Morgen einen Weltrekordversuch im Hunde-Schrubben. Rund eine Stunde vor Ablauf der vorgegebenen Zeit war allerdings klar, dass es nicht für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde reichen würde.
Sprinterinnen in Pumps, Hunde im Vollbad und Gitarristen ohne Gitarre - in ganz Deutschland wollten Menschen am Wochenende skurrile Rekorde knacken. Der Weltrekord im Hundewaschen wurde allerdings ebenso verfehlt wie die internationale Bestmarke im Massenseilspringen.
Dafür sicherte sich eine 18-Jährige Berlinerin einen Gutschein über 10 000 Euro, weil sie einen 100-Meter-Lauf trotz hochhackiger Schuhe in 14,2 Sekunden absolvierte. Und ein Mann mit dem Künstlernamen „Heart Buckboard“ darf Deutschland im August bei der Luftgitarren-Weltmeisterschaft vertreten, nachdem er dank seines virtuosen Spiels auf einer imaginären Gitarre zum dritten Mal deutscher Meister wurde. „Heart Buckboard“ alias Christian Sweep war bei den Titelkämpfen in Berlin erneut nicht zu schlagen. Der 35-jährige Lokalmatador, der schon 2006 und 2008 gewonnen hatte, lag in der Jury-Wertung vor der Berlinerin Melanie Marker („Mel from Hell“) und Jan Fischer („Geeky Gisbert“) aus dem niedersächsischen Hildesheim. Der Auftritt des Seriensiegers sei wie immer von „hoher Präzision“ gewesen, schwärmte Wettbewerbssprecherin Friedericke van Meer. Sweep spielte zu einer „witzigen“ Eigenkomposition, während ansonsten härtere Töne dominierten. Für manche war es zu hart: „Sissi Saussage“ zog sich bei ihrer Performance einen Muskelfaserriss zu und musste ins Krankenhaus.
Keine Verletzten wurden vom Berliner „Stiletto Run“ gemeldet, obwohl dort 100 Frauen auf höchsten Absätzen um die Wette stöckelten. Die 18-jährige Julia Plecher aus Berlin schlug ihre Konkurrentinnen aus allen Teilen der Republik aus dem Feld. Mit 14,2 Sekunden auf 100 Metern unterbot sie sogar die Siegerzeit vom letzten Mal. Im August 2007 hatte die Gewinnerin noch 14,7 Sekunden benötigt. Das Modemagazin „Glamour“ hatte 100 Bewerberinnen für das Rennen ausgewählt, bei dem strenge Regeln galten: Die Absätze der Laufschuhe mussten mindestens 7 Zentimeter hoch sein und durften eine Breite von 1,5 Zentimetern nicht überschreiten.



