Panorama 10.02.2010, 13:44 Uhr

Google greift Facebook und Twitter mit neuem Dienst an

Ein Screenshot zeigt die Seite von Google Buzz. Google springt auf den Trend der boomenden Internet-Kurzmitteilungen auf – und will mehr Ordnung in die Informationsflut bringen.

Ein Screenshot zeigt die Seite von Google Buzz. Google springt auf den Trend der boomenden Internet-Kurzmitteilungen auf – und will mehr Ordnung in die Informationsflut bringen.

Google startet einen eigenen Dienst für Internet-Kurzmitteilungen und greift damit die Platzhirsche Facebook und Twitter an. Der Suchmaschinen-Riese will die Nutzer mit dem Versprechen locken, mehr Ordnung in die Informationsflut bringen. Der neue Dienst mit dem Namen „Google Buzz“ soll nicht nur die Nachrichten von Bekannten eines Nutzers verfolgen, sondern sie auch nach Wichtigkeit oder dessen Interessen auswählen können, wie Google-Manager zur Vorstellung des Projekts am Dienstag in San Francisco erläuterten. Zugleich müsste Google dafür noch mehr Informationen über die Nutzer verarbeiten.

Google Buzz setzt auf dem Mail-Dienst (GMail, Googlemail) des führenden Suchmaschinen-Betreibers auf. Es ist ein direkter Vorstoß ins Geschäft des populären Kurzmitteilungs-Dienstes Twitter und des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook mit rund 400 Millionen Nutzern.

Um gegen die etablierten Konkurrenten zu Punkten, will Google mehr Komfort bieten. So sollen Bilder und Videos, die sich normalerweise hinter Link-Verweisen verstecken, automatisch geöffnet werden. Nachrichten, die viele Nutzer für interessant befanden, sollen in der Liste automatisch höher auftauchen als belanglose Informationen.

Zugleich kann Google Buzz aus dem bisherigen Verhalten der Nutzer ihre Interessen ermitteln und sie ebenfalls bei der Auswahl der Mitteilungen berücksichtigen. Das dürfte neue Kritik von Datenschützern auslösen. Google-Mitbegründer Sergey Brin betonte, dass der Konzern die Nutzer-Daten vertraulich behandele. Die Menschen müssten aber selbst entscheiden dürfen, welche und wie viele Informationen sie über sich preisgeben.

Mitteilungen aus Twitter sollen auch bei Google Buzz einfließen, hieß es. Aus dem Google-Dienst Informationen bei Twitter einstellen wird man jedoch erst in späteren Versionen können. Integriert sind auch Foto-Dienste wie Flickr und Picasa. Facebook fehlt dagegen in der Liste der genannten Partner.

 

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