Panorama 16.01.2012, 09:09 Uhr

Kelheimer erleben Horror-Trip

Die Passagiere aus Niederbayern wurden gerettet. Mittlerweile wurde im Wrack eine sechste Leiche gefunden.

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        Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ ist Freitagnacht vor der italienischen Küste auf Grund gelaufen.

Das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ ist Freitagnacht vor der italienischen Küste auf Grund gelaufen.

Rom/Kelheim. Bernhard Sperger kennt „Titanic“ nur auszugsweise – anzuschauen braucht er sich den Film jetzt nicht mehr: Der Kelheimer und seine Frau Christa, ihre Mitarbeiterin Gabriele Brünner und eine Verwandte aus Bodenwöhr haben die Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ überlebt. Es sollte eine Traumreise im Mittelmeer werden, acht schöne Tage unter dem Motto „Duft der Zitrusfrüchte“ mit Stationen in Barcelona, Palma de Mallorca und Palermo. Für die mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder geriet die Luxusfahrt aber zum nächtlichen Albtraum. Das Schiff lief an einem Felsen auf Grund. Während der Kapitän zunächst noch in sechs Sprachen die Durchsage „Keine Panik“ machte, bekamen die Passagiere schon Todesangst, viele sprangen ins Wasser, die nahe Insel Giglio vor Augen. Bis zu 150 Menschen wurden von Rettungsmannschaften aus dem Meer gefischt, für mindestens fünf kam aber jede Hilfe zu spät. Wie viele blieben in dem Schiff eingeschlossen? Am Sonntagnachmittag wurden noch 14 Menschen, darunter sechs Besatzungsmitglieder vermisst. Die Hoffnung, noch Überlebende in den Kabinen zu finden, sank von Stunde zu Stunde.

Das sechste Todesopfer wurde am Montagmorgen auf dem zweiten Deck gefunden. Es soll sich um einen Passagier handeln. Die Leiche trug eine Schwimmwese.

„Die einfache Besatzung half uns“

Zwei Erschütterungen – dann Sekunden lang Stille und Finsternis im Speisesaal, so haben die Spergers den Beginn der Horrornacht in Erinnerung. Die Welt an Bord neigte sich erst in die eine, dann in die andere Richtung – Chaos brach aus, aber irgendwie kam in den Kampf ums Leben Struktur. „Es waren wirklich tolle Leute dabei, die sich aufgeopfert haben“: Bernhard Sperger hat das Bild eines Franzosen vor Augen, der ins Wasser sprang: „Mit ein paar Handgriffen hat er vom Wasser aus das Rettungsboot aktiviert“ – endlich sprang der Motor an.

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