Panorama 17.01.2012, 21:27 Uhr

Kapitän unter Hausarrest

Im Schiffswrack finden die Helfer immer mehr Tote. Gegen den Kapitän werden neue Vorwürfe laut. Spielten auch Drogen eine Rolle?

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        Unterwasseraufnahmen zeigen Wrackteile der „Costa Concordia“.

Unterwasseraufnahmen zeigen Wrackteile der „Costa Concordia“.

Rom/Berlin. Die Zahl der Toten nach dem Schiffsunglück in Italien steigt immer weiter: Taucher haben in dem Wrack der „Costa Concordia“ fünf Leichen entdeckt. Damit erhöht sich die Zahl der geborgenen Opfer auf elf. Die Toten - eine Frau und vier Männer - wurden am Dienstag im überfluteten Heckteil des gekenterten Schiffes vor der Insel Giglio entdeckt, bestätigten ein Sprecher der Gemeinde und die Küstenwache. Wahrscheinlich gibt es auch deutsche Todesopfer. Gegen den Kapitän werden neue, schwere Vorwürfe laut. So belegt ein Gesprächsprotokoll eine völlig chaotische Evakuierung. Der Kapitän gab jedoch an, nach der Kollision noch hunderte Menschen gerettet zu haben.

Eine Bestätigung dafür, dass ein deutsches Todesopfer identifiziert sei, gab es vom Außenministerium in Berlin zunächst nicht. Jedoch sagte der italienische Zivilschutzchef Franco Gabrielli: „Mir scheint, dass das am Montag geborgene Opfer deutscher Nationalität ist.“ Am Montag wurde die Leiche eines Mannes entdeckt.

Rätsel um die Zahl der Vermissten

Unklarheit herrschte am Dienstag über die Zahl der Vermissten. Italienische Behörden sprachen von 29 Menschen, darunter 14 Deutsche, sechs Italiener, vier Franzosen, zwei Amerikaner sowie je ein Ungar, Inder und Peruaner. Das Auswärtige Amt geht von zwölf Deutschen aus, allerdings wird dort Hinweisen auf weitere Verschollene nachgegangen. Fünf Vermisste stammen demnach aus Hessen, je zwei aus Berlin, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen und eine Frau aus Bayern. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) versprach, das Schicksal der Vermissten schnell aufzuklären. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Bei den zuletzt geborgenen Toten handelt es sich um eine Frau und vier Männer im Alter von 50 bis 60 Jahren. Nach Angaben der Küstenwache trugen sie Schwimmwesten und wurden an einem Sammelpunkt gefunden.

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