Panorama 28.05.2012, 13:09 Uhr

Zahl der FSME-Fälle in Deutschland steigt

Die virusbedingte Hirnhauterkrankung wird durch Zeckenbiss übertragen. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.


        Zecken können Krankheiten übertragen.

Zecken können Krankheiten übertragen.

Berlin. In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Fälle der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet worden. FSME ist eine virusbedingte Hirnhauterkrankung und kann durch einen Zeckenbiss übertragen werden. Eine Vorsorgeimpfung kann laut Robert-Koch-Institut (RKI) vor der Infektion schützen.

Laut RKI wurden 2011 in Deutschland insgesamt 423 Fälle der virusbedingten Hirnhaut- oder Gehirnentzündung gemeldet. Das waren rund 160 Fälle mehr als im Jahr davor. Der Name täuscht übrigens: FSME kommt keineswegs nur im Frühsommer vor. Vor allem Baden-Württemberg und Bayern, aber auch Teile Thüringens und einzelne Landkreise in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gelten als Risikogebiete. Experten schätzen, dass in Risikogebieten etwa zwei Prozent der Zecken mit FSME befallen sind. Jede dritte Infektion führt beim Menschen demnach zur Erkrankung.

Ein längerer Schutz wird durch eine aus drei Einzeldosen bestehenden Impfung erreicht, die dann alle drei bis fünf Jahre aufzufrischen ist. Experten empfehlen denjenigen eine Impfung, die sich in den Risikogebieten aufhalten – und sei es nur im Urlaub. Die Gesundheitsbehörden in Baden-Württemberg empfehlen die Impfung sogar flächendeckend ab dem ersten Lebensjahr. Auch vor Reisen ins Ausland kann eine FSME-Impfung ratsam sein. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts gibt es Zecken mit FSME-Erregern in 27 europäischen Ländern.

Die Blutsauger lauern in Wäldern und Parks, aber auch im heimischen Garten auf Gräsern, Farnen oder Sträuchern. Von dort aus gelangen sie zu vorbeilaufenden Tieren oder Menschen und beißen sich an weichen Hautpartien wie Kniekehlen, unter den Armen und am Haaransatz fest. Mithilfe ihres mit Widerhaken versehenen, stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut zu saugen. Dabei kann es zur Übertragung gefährlicher Krankheitserreger kommen.

Am häufigsten wird die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen, die Nervensysteme und Gelenke schädigen kann und an der jedes Jahr schätzungsweise mehr als 60.000 Menschen in Deutschland neu erkranken. Auch nach Jahren können noch Spätfolgen der Borreliose auftreten. Die Erreger werden in der Regel aber erst übertragen, wenn die Zecke bereits einige Stunden Blut gesaugt hat. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht.

Spaziergänger sollten in Wald, Feld und Wiese lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Über die Hosenbeine gestülpte Strümpfe erschweren den Zecken die Suche nach nackter Haut. Wer einen Ausflug ins Freie unternommen hat, sollte anschließend seinen Körper gründlich absuchen – und die Zecke möglichst schnell, am besten mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange herausdrehen.


 

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