Astro-Fans verfolgen Venus-Transit
Erst in 105 Jahren kann man wieder ein derartiges Himmelsspektakel bestaunen. Ausgerechnet in Deutschland machte das Wetter vielen einen Strich durch die Rechnung.
Die Venus hat sich als kleiner schwarzer Fleck vor die Sonne geschoben. Foto: afp/Archiv
Berlin. Ausgestattet mit Schutzbrillen haben Tausende Menschen in weiten Teilen der Welt die Venus als schwarzen Fleck vor der Sonne verfolgt. In Deutschland hatten sich jedoch viele Astro-Fans vergebens den Wecker gestellt, denn Wolken versperrten besonders im Westen den Blick auf das Spektakel. Es startete mit Sonnenaufgang und war um etwa sieben Uhr bereits beendet.
„Der größte Teil hat leider Pech gehabt. Dazu ist die Front mit den Wolkengebieten doch zu schnell reingekommen“, sagte Meteorologe Torsten Walter vom Deutschen Wetterdienst. Nur rund 20 Prozent der Menschen in Deutschland hatten die Chance, das Schauspiel zu sehen. Es war für fast alle die letzte Möglichkeit, das Ereignis mit eigenen Augen zu verfolgen, denn erst in 105 Jahren wird sich die Konstellation wiederholen.
Zumindest für 10 Minuten konnten die Zuschauer an der Volkssternwarte in Kirchheim bei Erfurt bestaunen. „Es war ein Wechselbad der Gefühle“, sagte der Leiter der Sternwarte, Jürgen Schulz. Beim Sonnenaufgang gab es klare Sicht aber kurze Zeit später verstellen Wolken den Blick. „Das ist nun mal das Schicksal der Astronomen“, meinte Schulz.
Stuttgarter Astronomieprofessor reiste extra nach Hawaii
Der Stuttgarter Astronomieprofessor Hans-Ulrich Keller war extra für das Spektakel nach Hawaii gereist. „Es war hier wunderschönes Wetter. Das hat sich wirklich gelohnt“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa nachdem er das Schauspiel am Observatorium Mauna Kea in 4200 Metern Höhe beobachtet hatte. „Wer dieses Ereignis versäumt hat, wird in seinem Leben keine Gelegenheit mehr haben, einen Venustransit zu sehen.“
In Berlin scharten sich Hunderte Beobachter bei klarem Himmel in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte. Der Reihe nach konnten die Frühaufsteher den besten Blick auf eine Projektion des Teleskops erhaschen, bevor sich die nächsten Menschen vor die Aufnahme drängten. „Diese zwei, drei Sekunden haben sich sehr gelohnt“, sagte der Frühaufsteher Thorsten Klar nachdem er die Aufnahmen gesehen hatte.







