Hochschule 21.12.2011, 20:33 Uhr

Cineastischer Ausbruch aus dem Uni-Alltag

Das Studikino-Team der Uni Regensburg bringt jede Woche ein Stück Hollywood in den Hörsaal.


        Jeden Dienstagabend wird der H2 zum Kinosaal. Foto: M. Korehnke

Jeden Dienstagabend wird der H2 zum Kinosaal. Foto: M. Korehnke

Von Stefan Jung, MZ

Regensburg. Dienstagabend um 20.30 Uhr ist der fensterlose Hörsaal H2 der Universität Regensburg gut gefüllt mit Studenten aus verschiedenen Fakultäten. Sie besuchen um diese Zeit eine Präsentation der ganz anderen Art. Aus den Lautsprecherboxen dröhnt ein metallisches Bersten, gefolgt von einigen Explosionen. Betrachtet wird nicht etwa eine animierte Landkarte von sich verschiebenden Erdplatten. Es ist Studikino-Zeit und gerade läuft der Film „X-Men – First Class“.

„Das ist die spannendste Veranstaltung der Woche“, jubelt Wirtschaftsstudent Felix. Einige Filme werden auf Englisch mit Untertitel gezeigt – so wie der zu Unrecht unterschätzte Comic-Blockbuster an diesem Dienstagabend. Der vierte Teil der Serie erzählt die Vorgeschichte der „X-Men“, lief in den meisten Kinos aber nur mäßig. „Genau für solche Streifen haben wir ein Näschen“, sagt Thomas Federl, freiwilliger Organisator des Studikino Regensburg. „Wir machen den Studenten ein unschlagbares Angebot, indem wir ihnen die kultigsten Filme der vergangenen Monate präsentieren.“

Zur aktuellen Wintersaison ist das Studikino in den geräumigeren H2 umgezogen. „Dank neuer Boxen ist hier auch die Soundqualität spürbar besser“, sagt Thomas. Bei der Filmauswahl ist vor allem eine bestimmte mediale Präsenz entscheidend. Unter die Kategorie „kultig“ fallen jene Filme, die bei Veröffentlichung im Kino schlagartig Mundpropaganda ausgelöst haben – egal ob Arthaus-Produktion oder Multiplex-Blockbuster.

Äußerst gut hat dies etwa bei „Machete“ von Kult-Regisseur Robert Rodriguez funktioniert. „Da war die Bude voll“, erinnert sich Nils Lamla vom Studikino-Team. „Das Publikum hat gegrölt und gefeiert. Gäbe es nur mehr solcher Filme!“ Das Ganze kostet gerade mal 1,50 Euro Eintritt plus einmalig 50 Cent, um dem Club der Cineasten beizutreten – sonst könnte die Veranstaltung so nicht stattfinden.

Selbstverständlich darf jeder zum Studikino kommen, egal ob Student oder nicht. „Das Schwierigste waren anfangs die rechtlichen Bedingungen für die Screenings. Mit denen haben wir uns auseinandergesetzt und ein unterhaltsames Wochenevent für alle Beteiligten daraus gemacht“, berichtet Thomas. Mit sichtbarem Erfolg, denn das Studikino läuft nun schon in der fünften Runde und auch die Universität unterstützt das Ganze, da es zeitlich angenehm außerhalb der üblichen Lehrveranstaltungen liegt.

Auf der Website www.studikino.de und der eigenen Facebook-Präsenz können Studikino-Gäste in regelmäßigen Abständen über Wunschfilme abstimmen, die dann zu vorangekündigten Terminen gezeigt werden. „Aktuell gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ,Casablanca‘, ,Der große Diktator‘ und ,Harold & Maude‘“, sagt Thomas, der auch die Live-Präsenz im Netz koordiniert. Durchgesetzt hat sich letztlich „Casablanca“ – mit nur drei Stimmen Vorsprung vor dem Charlie-Chaplin-Klassiker. Übrigens: Freiwillige Helfer sind immer gern gesehen, dafür gibt’s dann auch die Getränke und Snacks zum Film umsonst.

 

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