Hochschule 30.05.2012, 19:41 Uhr

Eine neue Online-Plattform – mal wieder


        Mit „LSF“ hat die Uni Regensburg eine neue Online-Plattform, auf der man sich für Seminare anmelden kann. (Foto: dpa)

Mit „LSF“ hat die Uni Regensburg eine neue Online-Plattform, auf der man sich für Seminare anmelden kann. (Foto: dpa)

Ich liebe es. Gefühlt jedes Semester wird an der Uni Regensburg eine neue Onlineplattform ins Leben gerufen. Zusätzlich zu den gesammelten Lernplattformen und der seltsamen Entschuldigung für ein Prüfungsanmeldungssystem, das sich „FlexNow“ schimpft (ich glaube, das „Flex“ steht für Flexibilität, und die fördert das System tatsächlich: Man entdeckt viele neue spannende Wege und Uhrzeiten für die Onlineanmeldung), gibt es seit diesem Semester ein neues Vorlesungsverzeichnis, in dem man sich gleichzeitig für Kurse anmelden kann.

Nun wäre es mir persönlich zwar lieber gewesen, wenn die Suchfunktion der Uni-Homepage verbessert worden wäre, sodass die Top-5-Suchergebnisse hilfreicher wirken als ein Schlag mit einem toten Fisch – aber man kann ja nicht alles haben. „LSF“ heißt das Meisterwerk, in dem man in der Theorie alle, aber auch wirklich alle Einzelheiten zu jeder Veranstaltung erfahren kann, die jemals stattgefunden haben könnte.

Stimmt auch: Zumindest von der Germanistik kann ich freudig behaupten, dass alles ordnungsgemäß verzeichnet ist. Gut: An der Übersichtlichkeit wird noch zu arbeiten sein. Ich finde es beispielsweise höchst interessant, dass gleich in den ersten paar Zeilen aufgelistet wird, ob die Veranstaltung aus Studiengebühren finanziert werden. Leider stehen dafür Uhrzeit und Tag in Schriftgröße 2,5 (geschätzt) in der untersten Zeile. Aber es ist angenehm, sich mit ein paar Klicks für ein Seminar anzumelden und sofort mögliche Alternativtermine anzugeben, falls der bevorzugte Kurs schon voll sein sollte.

Jetzt hoffe ich, dass dadurch endlich die Große Germanistenschlacht abgeschafft wird. Schlacht? Ganz genau. Zu Anfang der Vorlesungszeit treffen sich seit Studierendengedenken alle Germanistikstudierenden des ersten bis dritten Semesters in einem riesigen und doch zu kleinen Hörsaal und prügeln sich in einem merkwürdigen Losverfahren, welches unglaubliche Massen an Hilfskräften, Zeit und Geduld erfordert, um Plätze in den Proseminaren, den Einführungsveranstaltungen also. Schon so mancher verlor dadurch mehr als nur die Aussicht auf ein Semester Didaktikeinführung – und viele Veteranen berichten nur leise und mit grauenerfüllter Stimme von den Erlebnissen an jenem Tag.


 

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