Hochschule 20.06.2012, 19:08 Uhr

Nach Feierabend beginnt die Vorlesung

Das Angebot berufsbegleitender Studiengänge im Freistaat wächst. Die Teilnehmer müssen viel leisten – dafür locken bessere Karrierechancen.

Bei berufsbegleitenden Studiengängen finden die meisten Lehrveranstaltungen am Wochenende statt. Foto: HS.R

Bei berufsbegleitenden Studiengängen finden die meisten Lehrveranstaltungen am Wochenende statt. Foto: HS.R

Von Louisa Knobloch, MZ

Regensburg. Es ist ein volles Programm, das Prof. Dr. Wolfgang Bock den Studieninteressenten vorstellt: Mathematik, Physik, Mechanik und Werkstoffkunde stehen auf dem Stundenplan für den Bachelor Systemtechnik, aber auch Grundlagen der Betriebswirtschaft und Technisches Englisch. Die Lehrveranstaltungen finden bei diesem berufsbegleitenden Studiengang an acht Wochenenden pro Semester statt, zudem gibt es zwei Wochen Vollzeit-Unterricht. Erfolgreiche Absolventen erwerben nach neun Semestern den „Bachelor of Engineering“ – und das auch ohne Abitur.

Seit der Änderung des Hochschulgesetzes im Jahr 2009 können Menschen ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung in Bayern ein Studium aufnehmen. Voraussetzung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung, eine bestandene Meisterprüfung oder der Abschluss einer Fachschule oder Fachakademie, etwa als Techniker oder Erzieherin. Derzeit gibt es im Freistaat 15 berufsbegleitendeBachelorstudiengänge. „Das Angebot wird von den Studierenden gut angenommen und die Hochschulen bauen ihre Angebote konsequent weiter aus“, heißt es dazu aus dem Wissenschaftsministerium. „Ziel ist, ein flächendeckendes Angebot in ganz Bayern zu schaffen.“

Studium kostet Zeit und Geld

An der Hochschule Regensburg (HS.R) geht der Bachelor Systemtechnik im Oktober in die zweite Runde. 26 Studenten haben bereits zum Wintersemester 2011/12 angefangen und mittlerweile die ersten Prüfungen hinter sich. „Die meisten Probleme gab es in Mathematik“, sagt Bock, der Leiter des Studiengangs. Vor allem Teilnehmer, die schon länger von der Schule weg seien, hätten sich hier schwergetan. Daher bietet die Hochschule einen 14-tägigen Mathe-Vorkurs zur Auffrischung an. Wer mehr Nachholbedarf hat, kann einen umfangreicheren, kostenpflichtigen Vorbereitungskurs besuchen, den die HS.R zusammen mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) anbietet.


 

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