Hochschul-Nachrichten 22.02.2010, 11:04 Uhr

Duale Studiengänge vereinen Theorie und Praxis

Versuch macht klug: In dualen Studiengängen können Studenten in den Semesterferien das Gelernte gleich in der Praxis ausprobieren.

Versuch macht klug: In dualen Studiengängen können Studenten in den Semesterferien das Gelernte gleich in der Praxis ausprobieren.

An den vergangenen Sommer denkt Johannes Kreuzer nicht gern zurück: Die vorlesungsfreie Zeit bestand für den angehenden Mechatroniker an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) aus Pauken, Prüfungen und Praxiswochen. Von dem Jahresurlaub, den sein Ausbildungsvertrag mit dem Hamburger Medizintechnikbetrieb Weinmann regelt, blieb dem 21-Jährigen gerade mal eine lernfreie Woche - zu wenig Zeit zum Verreisen, Abschalten und Luftholen, erzählt Kreuzer: „Das war schon hart.“

Er ist einer von 60 Studenten, die am Programm „Infotronik“ oder „Mechatronik“ an der TUHH teilnehmen. Offiziell handelt es sich um eine „duale Studienförderung“, praktisch ist es ein von Unternehmen der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie finanziertes und vom Arbeitgeberverband Nordmetall koordiniertes duales Studium. Die Teilnehmer sind Auszubildende der Betriebe, auch wenn ihre Präsenzzeiten im Unternehmen mit bis zu sechs Wochen im Winter und knapp zehn im Sommer vergleichsweise kurz sind.

Genau diese Kombination wird als duales Studium bezeichnet: Zum Studium kommen betriebliche Praxisphasen hinzu. Oder Studenten machen nebenher eine komplette Berufsausbildung und erhalten am Ende einen Doppelabschluss. Im Unterschied zu klassischen Studiengängen soll das einen höheren Praxisbezug bringen und den Absolventen bessere Chancen beim Berufseinstieg verschaffen.

Solche Kombi-Modelle boomen dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn zufolge: Es verzeichnet schon mehr als 730 duale Studiengänge in seiner Datenbank - und jährlich kommen neue hinzu. „Das duale Studium liegt im Trend, unser Datenbestand ist im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent gewachsen“, erläutert BIBB-Mitarbeiterin Andrea Stertz. Den größten Anteil mit über 55 Prozent der Studenten stellen die Wirtschaftswissenschaften. Größer geworden ist in jüngster Zeit aber auch das Angebot in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

 

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