Freie Bücher als Lesefutter für die Lernpausen
An der Hochschule Regensburg gibt es eine Offizielle BookCrossing-Zone. Hier kann man Bücher „fangen“ oder „freilassen“.
Regensburg.
In der Bibliothek der Hochschule Regensburg herrscht gerade jetzt in der Prüfungszeit ein emsiges Kommen und Gehen. Bücher werden ausgeliehen und zurückgebracht – wer überzieht, bekommt eine Mahnung. Die rund drei Dutzend Bücher, die in dem hohen schmalen Regal im Flur vor der Bibliothek stehen, müssen dagegen nicht zurückgebracht werden: Es sind freie Bücher.
Die ganze Welt wird zur Bibliothek
Seit August hat die Hochschule eine OBCZ – eine Offizielle BookCrossing-Zone. Hier können Bücher „freigelassen“ und „gefangen“ werden – kostenlos und anonym. „Mach aus der ganzen Welt eine Bibliothek. Und fang gleich hier an!“ – so steht es auf dem Schild neben dem Bücherregal. Hier wird auch erklärt, wie BookCrossing funktioniert: Wer ein Buch freilassen möchte, registriert es im Internet auf www.bookcrossing.com und klebt einen Aufkleber mit einer Identifikationsnummer (ID) vorne ins Buch.
Dann wird das Buch ausgesetzt – in einer OBCZ, wie es sie neben der Hochschulbücherei auch in vielen Cafés gibt, auf einer Parkbank oder an einem anderen öffentlichen Ort. Der Finder gibt die Buch-ID dann wiederum auf der BookCrossing-Seite ein und notiert dort, wann und wo er das Buch gefangen hat. So können die Nutzer den Weg eines Buches nachverfolgen.
Von Romanen bis zur Formelsammlung
Der Krimi „Alle singen im Chor: Maria Kallios erster Fall“ von Leena Lehtolainen etwa wurde am 11. November von Nutzerin Lydia_H in der BookCrossing-Zone der Hochschulbibliothek freigelassen. Bislang hat das Buch noch keinen neuen Besitzer gefunden. Andere Titel sind dagegen schnell weg, berichtet Bibliotheksmitarbeiterin Lina Egle: „Das Angebot wird gut angenommen“. Über 200 Bücher hat sie seit August schon auf der BookCrossing-Homepage registriert.
Im Regal steht neben „Veronika beschließt zu sterben“ von Paulo Coelho auch ein Jugendbuchklassiker aus den 70ern: „Geheimagent Lennet“. Vor allem Romane werden vor der Bibliothek freigelassen, aber auch Kochbücher, Reiseführer oder eine mathematische Formelsammlung fanden bereits den Weg ins Regal.
Angebot steht allen offen
„Das Angebot ist ein schöner Freizeitfaktor für die Studierenden“, findet Lina Egle. „Die meisten kommen zum Lernen in die Bib – hier finden sie Entspannung für die Pausen.“ Das BookCrossing-Regal könnte auch Nicht-Studenten mal zu einem Besuch der Hochschule animieren, hofft sie. Für Jura-Student Asamat, der gerade im Regal schmökert, ist es die erste Begegnung mit BookCrossing. Er entscheidet sich für einen Thriller – mal sehen, wo er das Buch wieder freilässt.


