Hochschul-Nachrichten 17.04.2012, 11:33 Uhr

Erasmus-Studenten bleiben oft unter sich

Wenn Austauschstudenten wirklich Land und Leute kennenlernen wollen, sollten sie Kontakte zu Einheimischen knüpfen.


        Auslandssemester sind im Trend. Dabei ist es wichtig, sich von Anfang an auf das fremde Land einzulassen.

Auslandssemester sind im Trend. Dabei ist es wichtig, sich von Anfang an auf das fremde Land einzulassen.

Münster. „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“, wusste schon Goethe zu berichten. So gesehen steht es um die Bildung deutscher Studenten hervorragend: Über 30.000 von ihnen absolvierten im vergangenen Jahr ein Erasmus-Semester im europäischen Ausland. Doch häufig haben Hochschüler in der Ferne dabei mehr Kontakt zu anderen Austauschstudenten als zu einheimischen Kommilitonen. Man feiert viel zusammen, spricht Englisch statt der Landessprache. „Man bleibt in einer Blase“, sagt Jule Türke vom International Office der Universität Frankfurt am Main. Das lässt sich jedoch leicht vermeiden.

Projekte erleichtern den Start im fremden Land

Schon vor der Abreise sollte man sich darüber informieren, welche Projekte an der Wunschuniversität existieren, um Erasmus-Studenten die Integration zu erleichtern. „Viele Unis bieten zum Beispiel ein Buddy-Programm an“, sagt Verena Wagner von der Erasmus-Beratung der Universität Konstanz. Dabei hilft ein einheimischer „Kumpel“ (Englisch: Buddy) einem oder mehreren Auslandsstudenten, sich an der Uni oder im Alltag zurechtzufinden. „Über den Buddy lassen sich dann auch gut andere Einheimische kennenlernen.“ Häufig schlügen Universitäten von sich aus eine Teilnahme am Buddy-Programm vor, ansonsten lohne es sich, nachzufragen.

Dazu sollte man sich informieren, wie viele Kurse des gewünschten Studienfaches auch für Austauschstudenten geöffnet sind. „Wenn Erasmus-Studenten nur an speziellen Seminaren teilnehmen können, bleiben sie zwangsläufig unter sich“, sagt Wagner, die selbst in Stockholm ein Auslandssemester absolvierte. Daher sollte man sich für eine Uni entscheiden, bei der Erasmus-Studenten reguläre Kurse mit Einheimischen besuchen können.


 

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