Ausländische Studenten als Fachkräfte gewinnen
Internationale Studierende sind meist gut ausgebildet und zudem motiviert, für ein paar Jahre in Deutschland zu arbeiten.
Viele ausländische Studierende würden gerne Berufserfahrung in Deutschland sammeln.
Berlin. Zwei Drittel der ausländischen Studierenden aus Nicht-EU-Staaten würden nach ihrem Hochschulabschluss gern noch eine Zeit lang in ihrem Gastland in der Europäischen Union arbeiten. Das zeigt eine Befragung von mehr als 6200 internationalen Studierenden in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden. Tatsächlich könne jedoch nur rund ein Viertel diesen Wunsch realisieren, heißt es in der am Donnerstag vorgestellten Untersuchung des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR).
Hauptmotiv für den Bleibewunsch sei, Berufserfahrung zu sammeln. Nur wenige Befragte - zwischen 5,3 Prozent in Großbritannien und 12,5 Prozent in Deutschland - planten, länger als fünf Jahre in ihrem Studienland zu bleiben.
Die Studierenden brächten in der Regel sehr gute Voraussetzungen als hoch qualifizierte Zuwanderer und Fachkräfte mit, sagte die SVR-Forschungsleiterin Gunilla Fincke. „Die Untersuchung zeigt aber deutlich, dass keines der fünf Länder die Potenziale der internationalen Studierenden ausschöpft.“
Dabei gebe es in den untersuchten Ländern gegenläufige Tendenzen: Während Deutschland eine Liberalisierung der Arbeitszulassungen einleite, sei in Großbritannien und den Niederlanden ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Dort werde jetzt der Verbleib nach dem Studium erschwert.
Die wichtigsten Motive für den Verbleib im Studienland sind laut Befragung neben der Chance auf Berufserfahrung die guten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Dabei würden die Jobchancen in Deutschland besonders positiv eingeschätzt.

