Hochschul-Nachrichten 22.04.2012, 17:18 Uhr

Veranstaltungen boten Wissenschaft zum Anfassen

An Hochschule und Universität konnten die Besucher einen Blick in die Labore der verschiedenen Fakultäten werfen.

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        In der Mensa können müde und hungrige Gäste eine Pause machen. (Foto: Knobloch)

In der Mensa können müde und hungrige Gäste eine Pause machen. (Foto: Knobloch)

Von Louisa Knobloch, MZ

Chemie ist zum Anschauen, Hören, Riechen und Schmecken

Eigentlich sind die Besucher im vollbesetzten Hörsaal H44 vorgewarnt. dennoch gibt es vereinzelte überraschte Aufschreie, als das erzeugte Gas mit einem lauten Pfeifen verbrennt. Die Knallgasprobe war erfolgreich, bei dem erzeugten Gas handelt es sich also um Wasserstoff. Es wird bei der Reaktion von Aluminium mit wässriger Natronlauge freigesetzt – also beispielsweise, wenn man zuhause Rohrreiniger in Wasser auflöst.

Es sind vor allem Experimente mit Bezug zum Alltag, die Prof. Dr. Arno Pfitzer und seine drei Helfer in ihrer Showvorlesung demonstrieren. Etwa, wie man Kochsalz (NaCl) aus elementarem Natrium und Chlor selbst herstellen kann. Zunächst wird das Natrium im Reaktionsrohr aus Plexiglas mit dem Bunsenbrenner aufgeschmolzen, dann wird das Chlorgas hineingeleitet. Da bei der Reaktion viel Energie frei wird, beginnt das Rohr, gelb zu leuchten. Das Publikum ist begeistert, aber in den ersten Reihen bringt der intensive Chlorgeruch die Zuschauer zum Husten. „Ist das giftig?“, fragt jemand. „In größeren Mengen schon...“, sagt Pfitzer – rasch wird gelüftet.

Ebenso wie die Natriumchloridsynthese wirkt auch ein anderes Experiment viel besser, wenn die Hörsaalbeleuchtung aus ist: Die Chemiker erzeugen Fluoreszenzfarbstoffe, wie sie in Leuchtstäben enthalten sind. Dann demonstrieren sie die funktionsweise eines Superabsorbers, der große Mengen an Wasser aufnehmen kann, ohne es wieder abzugeben. Bekanntestes Anwendungsobjekt: Windeln.

Dass sich Schallwellen in Gasen je nach deren Dichte unterschiedlich schnell ausbreiten, wird im Selbstversuch demonstriert: Die Micky-Maus-Stimme, die man durch Einatmen von Helium bekommt, dürfte vielen geläufig sein – die dumpfe, gepresste Stimme nach der Inhalation von Schwefelhexafluorid, das eine fünfmal höhere Dichte hat als Luft, wohl eher nicht.


 

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