Hochschul-Nachrichten 25.04.2012, 19:53 Uhr

Wirbel um Unterschrift des Rektors

Prof. Strothotte soll eine Prüfungsordnung vorzeitig abgesegnet haben.

Regensburg. Die neue Prüfungsordnung des Instituts für Geschichte der Universität Regensburg sorgt für Unmut zwischen Studierenden und Universitätsleitung. Die Studenten monieren, dass die neue Ordnung eine massive Änderung der Anwesenheitspflicht beinhalte. „Im Großen und Ganzen besteht durch diese Änderung Anwesenheitspflicht in sämtlichen Lehrveranstaltungen“, so der studentische Sprecher Ssaman Mardi in einer gemeinsamen Mitteilung des Sprecherrats und der Fachschaft Geschichte. Das widerspreche ganz klar dem Bayrischen Hochschulgesetz und sei auch pädagogisch wenig sinnvoll.

Rektor Prof. Dr. Thomas Strothotte habe angekündigt, die laut Studierenden „rechtlich fragwürdige Prüfungsordnungsänderung“ nicht zu unterzeichnen und zur weiteren Überarbeitung an die Fakultät zurückzugeben. Dennoch sei die Ordnung bereits zum 1. März in Kraft getreten. „Im direkten Gespräch stellte sich heraus, dass Herr Strothotte seine Unterschrift offenbar versehentlich unter das Dokument setzte“, so Daniel Kutscher, Studierendenvertreter des Instituts für Geschichte. „Damit reiht er sich ein weiteres Mal in die traurige Tradition ein, Vereinbarungen und studentische Voten zu ignorieren.“

Auf MZ-Nachfrage bestätigte Strothotte, dass er die Prüfungsordnung wie zugesichert nochmals an die Fakultät weitergeleitet und um eine Stellungnahme gebeten habe. Durch „eine Panne“ habe er das Dokument dann aber doch unterschrieben. Inzwischen habe das Institut für Geschichte jedoch einstimmig beschlossen, bei der von Fakultätsrat und Senat verabschiedeten Prüfungsordnung bleiben zu wollen. „Spätestens jetzt würde ich unterschreiben müssen“, so Strothotte. Verweigern könne er die Unterschrift nur, wenn etwas Rechtswidriges in der Ordnung stünde – das sei aber nicht der Fall. Eine Anwesenheitspflicht für bestimmte Veranstaltungen könne in der Prüfungsordnung verankert werden und das habe das Institut für Geschichte getan. „Aus meiner Perspektive gibt es nichts zu beanstanden“, so der Rektor.

Prof. Dr. Peter Herz, der Geschäftsführer des Instituts für Geschichte, kann die Kritik der Studierenden nicht nachvollziehen. „Es geht bei der Anwesenheitspflicht nicht um alle Lehrveranstaltungen, sondern um die Seminare“, sagte er gegenüber der MZ. Und sollte ein Student wegen Krankheit oder anderer triftiger Gründe fehlen, werde ihm keiner der Dozenten „einen Strick daraus drehen“. (kn)


 

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