Hochschul-Nachrichten 25.04.2012, 19:49 Uhr

Studenten wollen Uni mit Samenbomben verschönern

Bunte Blumen statt trister Beton – die Mitglieder der „Alternativen Universität“ ergriffen am Mittwoch auf dem Campus die Initiative.

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        Ab auf die Wiese: Die Samenbomben sollen den Campus verschönern. (Foto: Knobloch)

Ab auf die Wiese: Die Samenbomben sollen den Campus verschönern. (Foto: Knobloch)

Von Louisa Knobloch, MZ

Regensburg. Mit ihren 60er-Jahre-Bauten aus Sichtbeton ist die Universität Regensburg nicht unbedingt eine Schönheit. „Es gibt zwar viele Grünflächen, aber das ist meist einfach Rasen“, sagt Naima Blum. Die 23-jährige Studentin will das ändern – mit Samenbomben. Dabei handelt es sich um kleine Kugeln aus Erde, Ton und Blumensamen, die sich in getrocknetem Zustand gut mitnehmen und überall verteilen lassen. Die Idee geht auf die Guerilla-Gardening-Bewegung zurück, die sich die Verschönerung trister Innenstädte zum Ziel gesetzt hat.

Solche Samenbomben stellen Naima Blum und ein rundes Dutzend weiterer Studenten auf der Wiese vor der PT-Fakultät selbst her. „Wir wollen die trostlosen Ecken begrünen und eine Umgebung schaffen, in der wir uns wohlfühlen“, sagt die 23-Jährige. Sie verteilt kleine Häufchen Blumenerde auf dem bereitgestellten Tisch und gibt Anweisungen: Die Erde mit dem Ton vermischen, ein bisschen Wasser dazu, aber nicht zu viel. Dann eine Kugel formen und ein paar Blumensamen in die Mitte drücken. Wiesenblumen, Vergissmeinnicht, Kapuzinerkresse, Cosmea und Sonnenblumen wandern in die Samenbomben.

Die Kugeln müssen nun ein paar Tage trocknen. Damit die Verschönerungsaktion trotzdem gleich starten kann, hat Blum ein paar fertige Samenbomben mitgebracht, die die Studenten auf der Wiese verteilen. Die Aktion ist Teil des Programms der „Alternativen Universität Regensburg“. Die Idee dazu sei im vergangenen Sommer als Antwort auf den eher fruchtlos verlaufenen Bildungsstreik entstanden, erklärt Blum.

Seit Beginn des Jahres gibt es regelmäßige Treffen, die Studenten veranstalten Vorträge, Exkursionen, Workshops und Lesekreise. Das Angebot soll kostenlos und offen für alle sein, eine Plattform, auf der jeder etwas anbieten kann. „Wir wollen die Uni selbst so machen, wie wir sie uns vorstellen.“

 

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